Ecuador: Homo-Rechte für Bischof ‚ein Virus, das den Staat unterwandert‘

Auch in Ecuador macht die römisch-katholische Kirche Stimmung gegen die Rechte von Lesben und Schwulen. Die linksgerichtete Regierung hatte dort Lebenspartnerschaften in ihren Rechten gestärkt, nun folgt heftige Kritik aus den Reihen der Geistlichkeit.

So hat Antonio Arregui, der Erzbischof von Guayaquil, beklagt, dass die Regierung durch die Ausweitung der Rechte die Familie „deformiert“. Präsident Rafael Correa hat Ende August angekündigt, gleichgeschlechtliche Partnerschaften auch in staatlichen Dokumenten einzutragen. „chwule, Lesben und Transgender haben das verfassungsmäßige Recht, ihre Lebenspartnerschaft in ihrem Personalausweis verzeichnen zu lassen“, so Correa. Als einen weiteren Schritt für die Öffnung der Ehe möchte der Präsident diese Maßnahme nicht verstanden wissen.

Und dem nicht genug: Aktivisten, die für die Rechte von Lesben und Schwule kämpfen, bezeichnete das 75-Jährige Mitglied des konservativen „Opus Dei“ als „ein Virus, das die Justiz unterwandert“.

Es ist das erste Mal, dass Erzbischof Antonio Arregui die Regierung für die Stärkung von Menschenrechten kritisiert. Bereits im Jahr 2008 beschwerte sich der Geistliche, weil die Regierung in Ecuador den Schutz vor Diskriminierung für Lesben und Schwule in der Verfassung verankerte. Seit dieser Verfassungsänderung können gleichgeschlechtliche Paare ihre Partnerschaft bei einem Notar registrieren lassen – auf Druck der römisch-katholischen Kirche wurde allerdings auch in einem Zug das Verbot der Ehe für Lesben und Schwule in die Verfassung aufgenommen.