Sarkozy attackiert Hollande wegen Ehe-Öffnung

Der französische Ex-Präsident Nicolas Sarkozy will zurück in die Politik. In seinem ersten offiziellen Fernsehinterview hat er die Entscheidung von Präsident François Hollande, die Ehe für Lesben und Schwule zu öffnen, kritisiert.

So warf er Hollande in dem großen Interview für den staatlichen Sender „France 2“ vor, eine schlechte Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik zu betreiben. Dazu gehöre auch die Öffnung der Ehe. Diese sei – angesichts der wirtschaftlichen Lage Frankreichs – für den 59-jährigen Sarkozy zwar nicht das Hauptproblem. „Aber egal, was man über das Thema denkt: Ich fand es abscheulich, wie das eingeführt wurde. Das war eine Erniedrigung für die Familie und für eine Menge guter Leute, die sich verletzt fühlten“, erklärt der Ex-Präsident. Diese seien „erniedrigt“ worden und hätten sich deshalb radikalisiert.

Ob Sarkozy, sollte er erneut zum französischen Präsident gewählt werden, die Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare rückgängig machen würde, sagte der Politiker nicht. „Ich werde nicht Familien gegen Homosexuelle ausspielen, wie zuvor Homosexuelle gegen Familien ausgespielt worden sind. Das ist eine Schande“, so Sarkozy, der in dritter Ehe mit der Schauspielerin und Sängerin Carla Bruni lebt.

Nicolas Sarkozy war bereits von 2007 bis 2012 Präsident der französischen Republik. Nach schlechten Beliebtheitswerten wurde er abgewählt – doch sein Nachfolger François Hollande unterbietet diese noch einmal. In seinem bislang letzten Wahlkampf hatte sich Sarkozy gegen die Öffnung der Ehe ausgesprochen. Er fürchtete damals, dass die klassische Ehe durch die Öffnung „untergraben“ werden könnte.