Sex mit Buben: Vatikan nimmt Bischof Jozef Wesolowski in Hausarrest

Nach jahrelangen Vorwürfen hat er Vatikan im Fall des ehemaligen Nuntius in der Dominikanischen Republik, Jozef Wesolowski, durchgegriffen. Der polnische Bischof wird pädophiler Straftaten verdächtigt. Nun wurde er von der Gendarmerie des Vatikan unter Hausarrest gestellt, berichtet die italienische Nachrichtenagentur ANSA.

Wesolowski war fünf Jahre lang Nuntius des Vatikan in der Dominikanischen Republik. Während dieser Zeit soll er, so Berichte in lokalen Medien, käuflichen Sex mit Minderjährigen Buben gehabt haben. Ein dominikanischer TV-Sender soll Wesolowski sogar dabei gefilmt haben, wie er ein Kinderbordell in Santo Domingo betreten hat.

Bei Kindern und jungen Männern in der Hauptstadt Santo Domingo war Wesolowski als „Der Italiener“ bekannt. Zunächst wollte er ihnen nur beim Masturbieren zusehen, doch bald änderten sich seine Wünsche. Ein heute 17-Jähriger berichtet, dass er vom Bischof bis zu 135 Dollar für Sex-Spiele bekommen hat. Damals war er elf Jahre alt und verdiente 1,50 Dollar fürs Schuhputzen.

Besonders abscheulich ist auch der Fall eines Burschen, den Wesolowski kennengelernt hat, als er 13 war. Er leidet an Epilepsie und wurde von dem Geistlichen für sexuelle Dienstleistungen mit Medikamenten bezahlt.

Gegenüber der „New York Times“ forderte Staatsanwältin Yeni Berenice Reynoso, die in der Dominikanischen Republik seit mehr als einem Jahr gegen Jozef Wesolowski ermittelt: „Diese Kinder sind missbraucht worden. Die Öffentlichkeit fordert, dass ihm hier der Prozess gemacht wird, nicht als Diplomat, sondern als Mann.“ Insgesamt haben die Behörden vier Burschen gefunden, die Wesolowski im Alter von zwölf bis 17 Jahren für sexuelle Handlungen bezahlt hat.

Doch der Vatikan hält nach wie vor die schützende Hand über den Diplomaten. Als erste Reaktion hat Papst Franziskus den 66-Jährigen im letzten Jahr zurück nach Rom beordert. Die Kongregation für Glaubenslehre hat Jozef Wesolowski Ende Juni aus dem Priesterstand ausgeschlossen. Weltliche Konsequenzen für sein Verhalten musste er bis jetzt noch nicht tragen. Der Vatikan hat angekündigt, ihm wegen der Verbrechen, die er begangen hat, den Prozess zu machen.

Und der Fall könnte noch weitere Kreise ziehen. Denn auch andere Geistliche aus dem Dunstfeld von Wesolowski könnten in die kriminellen Machenschaften des Nuntius verwickelt sein. So soll sich der Bischof mit dem polnischen Pater Wojciech Gil mit jungen Messdienern in seinem Haus am Strand vergnügt haben. Zwei weitere Geistliche aus seiner Botschaft stehen unter Verdacht, Frauen und Kinder zum Sex gezwungen haben.