Prozess gegen ‚Porno-Killer‘ Magnotta beginnt

Heute beginnt im kanadischen Montréal der Prozess gegen den als „Pornokiller“ bekannt gewordenen Luka Rocco Magnotta. Der 32-Jährige soll im Frühjahr 2012 seinen Freund, den chinesischen Studenten Jun Lin, getötet und zerteilt haben.

Die Tat hat Magnotta auf Video aufgenommen und dieses ins Internet gestellt. Die Leichenteile verschickte er per Post an Behörden und Parteizentralen. In einem Paket deponierte er auch eine Ankündigung, weitere Morde zu begehen. Nach seiner Tat flüchtete er nach Europa. Nach Spuren in Paris und Belgien konnte er schließlich in einem Internetcafé in Berlin geschnappt werden – als er Artikel über sich selbst las.

Der Prozess soll sechs bis acht Wochen dauern. Luka Magnotta, der bürgerlich Eric Newman heißt, droht lebenslange Haft. Dem bisexuellen Pornodarsteller und Escort werden fünf Anklagepunkte zur Last gelegt, darunter Mord ersten Grades. Im Vorfeld hat er auf nicht schuldig plädiert. Die Verteidigung wird vermutlich auf den Geisteszustände von Magnotta hinweisen, bei dem eine paranoide Schizophrenie diagnostiziert wurde. Die Anklage hat hingegen etwa sechzig Zeugen benannt, um zu beweisen, dass es sich um einen geplanten kaltblütigen Mord gehandelt hat. Es wird erwartet, dass auch die Familie des Opfers den Prozess im Gerichtssaal verfolgt.

In den vergangenen Wochen hat das Gericht aus mehr als 100 Menschen eine Jury aus sieben Männern und neun Frauen für den Prozess ausgewählt. Vier Mitglieder der 16-köpfigen Jury sind dabei Ersatz. Magnotta war bei der Auswahl der Geschworenen anwesend.

Unterdessen wurde bekannt, dass der Versandhändler Amazon einen Erotik-Film aus dem Programm genommen hat, in dem Luka Magnotta mitgespielt hat. In „Hinreißend schwul“ aus dem Jahr 2005 wird er auch unter seinem Künstlernamen genannt, berichtet die kanadische Webseite „Global News“.