[Update] Priester empfiehlt jungem Mann, auf den Strich zu gehen

In einer kleinen Gemeinde im Bezirk St. Pölten-Land sorgt ein Pfarrer mit seinen Tweets für Unruhe. Unter anderem empfiehlt er einem Burschen über die Microblogging-Plattform, sich zu prostituieren.

Der Pater, Ordensmann aus dem Stift Göttweig, postete auf seinem mittlerweile deaktivierten Privat-Account regelmäßig Dinge, die mit der Morallehre der römisch-katholischen Kirche nur bedingt vereinbar sind. Und mögen Tweets wie „Hast du Lust, nimm einen zur Brust, hast du Gelüste, nimm gleich beide Brüste“ noch einfach geschmacklos sein, geht es in anderen Nachrichten deftiger zu.

So sieht man den Geistlichen bei einer innigen Umarmung mit einem jungen Mann beim Oktoberfest, auf anderen einem Foto sieht man einen jungen Burschen mit nacktem Oberkörper, bedeckt nur mit einem kleinen Holzkreuz. Dazu der Text: „Little Man in the Dark“.

Einem jungen Mann, der offenbar Geldprobleme hat, empfiehlt er, auf den Strich zu gehen. „Das lohnt sich in deinem Alter“, weiß Hochwürden. Auf die Frage, „was man nachts um halb vier so macht“, kennt der Priester auch die korrekte Antwort: „Onanieren.“

Auch wenn es um seine eigene Befindlichkeit geht, ist der Geistliche mitunter direkter, als man es von einem Gottesmann erwarten würde. So lautet ein Tweet: „Fohlen mit Schlappschwanz. Ich kann nicht mehr.“

Ein Gemeindemitglied mit einem Sohn ist nach eigenen Angaben „durch Zufall auf das äußerst befremdende Twitterprofil unseres Dorfpfarrers gestoßen“ – und hat die „Plattform Betroffener kirchlicher Gewalt“ eingeschaltet. „Ich bin bei Gott kein Gegner der Homosexualität, aber das Foto des halbnackten Knaben im Schatten mit Kreuz um den Hals hat für mich das Fass zum Überlaufen gebracht“, so der Mann.

Im Bischöflichen Palais in St. Pölten ist die Aufregung groß. Der Geistliche wurde zu Bischof Klaus King zitiert, es gab eine Aussprache. Der Priester wurde „mit sofortiger Wirkung“ von der Pfarrseelsorge entbunden und zurück ins Stift geschickt, so die Diözese. Die Betreuung werde bis auf Weiteres durch das Stift wahrgenommen.

In einer Stellungnahme distanzierte sich auch das Stift Göttweig „vollinhaltlich“ von den Tweets des Mitbruders. Sie würden ein „moralisch untragbares Fehlverhalten“ darstellen, heißt es aus Göttweig. Stiftsprior Maximilian Kren machte klar: „Die Tweets befremden uns.“

Der Pfarrer selbst bedauere zutiefst, „dass er durch sein Fehlverhalten Irritation und Verunsicherung hervorgerufen hat und bittet um Entschuldigung für seine Tweets“, so das Stift Göttweig weiter.