[Update|Galerie] Zwei neue ‚Töte Schwule‘-Grafitti in Wien-Favoriten

Die Schmierereien auf der Rosa Lila Villa am Samstag waren offenbar nicht die einzigen: Wie die Rosa Lila Villa heute auf ihrer Facebook-Seite berichtet, ist ein ähnliches Graffiti in Wien-Favoriten aufgetaucht.

Schmierereien im Umkreis von wenigen hundert Metern

Auf der Fassade der Polytechnischen Schule in der Columbusgasse prangt die Aufschrift „Ubi Pedera (‚Töte Schwule‘ auf serbisch, Anm.) 27.09.14 Beograd“. Die Schrift ähnelt jener, die auf der Villa zu sehen war. Das Datum ist jenes, an dem auch die Villa besprüht wurde.

Damit ist ein Zusammenhang zwischen den homophonen Schmierereien und der Belgrade Pride, die am Sonntag ohne größere Zwischenfälle stattfinden konnte, wohl offensichtlich.

Ein GGG.at-Leser hat wenige Stunden später ein zweites Graffiti gefunden, in dem auf serbisch zum Mord an Schwulen aufgerufen wird. Es steht ebenfalls im zehnten Wiener Gemeindebezirk, an der Ecke Landgutgasse/Laxenburgerstrasse.

Einem weiteren Hinweis zufolge gibt es eine dritte Schmiererei am Viktor-Adler-Markt, ebenfalls in Favoriten. Das konnte von GGG.at allerdings noch nicht verifiziert werden.

Auch SoHo ist empört

Unterdessen hat sich auch die sozialdemokratische Homosexuelleninitiative SoHo zu den Schmierereien zu Wort gemeldet. „Wir dürfen das nicht tolerieren. Wir müssen dagegen verstärkt unsere Stimme erheben und klar machen, dass wir das nicht dulden. Wir müssen noch mehr Zeit und Geld in Aufklärung stecken. Und wir müssen auch Zivilcourage zeigen, indem wir Rassismus, Sexismus, Homophobie und Transphobie, wo auch immer sie auftreten, die Stirn bieten“, so Bundesvorsitzender Peter Traschkowitsch.

Die Rosa Lila Villa lässt sich von den Mordaufrufen auf ihrer Fassade auf jeden Fall nicht einschüchtern. Sie plant ein Projekt für LGBT-Flüchtlinge und -Asylsuchende. Dafür werden Spenden gesucht.