Führt Gleichstellung zur Ehe zwischen Mann und Hund?

Ein mexikanischer Bischof warnt vor der Gleichstellung von schwulen und lesbischen Paaren. Dies würde zu einer Ehe zwischen Mensch und Haustier führen, ist José María de la Torre Martín überzeugt.

Dieser leitet die römisch-katholische Kirche in der Diözese Aguascalientes in Zentral-Mexiko. Und weil auch Mexiko über eine Öffnung der Ehe diskutiert, warnte der Geistliche am Montag in einer Pressekonferenz eindringlich davor. „Wenn die Homo-Ehe erlaubt wird, werden morgen auch Ehen zwischen Mann und Hund legal sein. Und die Welpen werden als Erben eingesetzt werden.“, fürchtet der Bischof.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich José María de la Torre Martín schwulenfeindlich äußert. Vor zwei Wochen behauptete er, Lesben und Schwule würden eine „perverse Philosophie“ verfolgen und wollten die „traditionelle Ordnung vernichten“.

Doch nun könnte der Bischof die Justiz am Hals haben: Die Antidiskriminierungsbehörde Mexikos hat angekündigt, die Aussagen des Bischofs zu prüfen. Man habe, so ein Sprecher, mehrere Beschwerden aus der Bevölkerung erhalten.

In der Vergangenheit gab es bereits mehrere Angriffe der römisch-katholischen Kirche in Mexiko auf die Gleichstellung von Lesben und Schwulen. So hat der Erzbischof von Mexiko-Stadt erklärt, die Ehe-Öffnung sei „böse“, Homosexuelle würden an einer „unmoralischen Verirrung“ leiden. Ein Kirchensprecher meinte sogar, die Öffnung der Ehe wäre schlimmer als der Drogenhandel – der in Mexiko in den letzten Jahren zigtausende Todesopfer gefordert hat.