Marokko: Brite wegen schwulem Sex zu vier Monaten Haft verurteilt

Gefängnis
Symbolbild - Fotoloa

In Marokko wurde ein 69-jähriger Brite wegen homosexueller Handlungen zu vier Monaten Haft verurteilt.

Ray C. aus der Grafschaft Kent reiste nach Marokko, um in Marrakesch einen Mann zu treffen, den er bereits zuvor online kennengelernt hatte. Doch am 18. September wurden beide Männer in einem Bus verhaftet – wegen des Verdachtes auf Homosexualität.

Letzten Donnerstag kam es dann zur Verhandlung. Die beiden Männer wurden zu jeweils vier Monaten Gefängnis verurteilt. Ein Foto, das Ray C. auf seinem Handy hatte, galt dem Gerucht als Beweis für die Homosexualität der beiden Männer.

Dabei haben die Behörden weder die Familie des Briten noch das zuständige Konsulat informiert. Die Familie erführe von der Verhaftung nur, weil sie eine Woche nichts von Ray C. hörten und daraufhin Nachforschungen anstellten.

Sein Sohn Adrian schrieb auf Facebook: „Viele von Euch, die mich kennen, werden wissen, dass sich mein Vater vor einigen Jahren als schwul geoutet hat. Er war in Marokko auf Urlaub, mit einem Freund aus Marokko und wurde leider verhaftet und angeklagt, schwul zu sein. Er wurde nun zu vier Monaten im Zentralgefängnis von Marrakesch verurteilt.“

Für Adrian ist der Prozess gegen seinen Vater „eine komplette Farce“. Die Zustände im Gefängnis seinen eine Katastrophe: „Sie servieren einmal am Tag gekochtes Gemüse und seine Zelle ist für 44 Personen gedacht, aber weil dort 60 Männer sind, schläft mein 70 Jahre alter Vater am Betonboden. Es gibt keine Trennungen im Gefängnis, mein Vater ist mit Mördern, Vergewaltigern und Pädophilen zusammen.“

Der Sohn macht sich Sorgen um die Gesundheit seines Vaters. Sein Herz sei in schlechtem Zustand, er habe bereits mehrere kleine Schlaganfälle gehabt. „Er leidet auch an Depressionen, was das Gericht nicht beachtet hat. Warum sie ihn nicht einfach ausgewiesen haben, konnte uns keiner erklären.“