Gene Robinson: Dokumentation über den ersten offen schwulen Bischof

Eine bemerkenswerte Dokumentation gibt es heute im Rahmen von „kreuz und quer“ auf ORF 2 zu sehen: „Liebe oder Tod“, im Original „Live Free or Die“, von Macke Alston erzählt die Geschichte von Gene Robinson, dem ersten offen schwulen Bischof der anglikanischen Kirche.

Seit seiner Weihe zum Bischof von New Hampshire im Jahr 2003, die er mit einer kugelsicheren Weste absolvierte, hat Gene Robinson jeden Tag mit Todesdrohungen zu kämpfen. Der Film erzählt, wie seine beiden großen Leidenschaften, die Liebe zu Gott und die Liebe zu seinem Partner Mark Andrews, im direkten Konflikt stehen.

Dass Gene Robinson offen schwul lebt und auch seine Partnerschaft offen lebt, empört konservative Kreise. Für Lesben und Schwule ist Robinson hingegen ein Hoffnungsträger, auch im Schoß der Kirche angenommen werden zu können.

Für diesen Spagat, den Robinson jeden Tag lebt, gibt es auch Anerkennung: US-Präsident Barack Obama hat ihn eingeladen, am Beginn der Feierlichkeiten zu seiner Amtseinführung im Jänner 2009 am Lincoln Memorial in Washington vor Tausenden Gästen und Zuschauern das offizielle Gebet zu leiten.

Doch die anglikanische Kirchengemeinschaft unter der Führung des Erzbischofs von Canterbury zeigt sich sehr besorgt um ihre Einheit, denn die Debatte um den homosexuellen Bischof droht die Gemeinschaft zu spalten.

Als im Juli 2008 die anglikanischen Bischöfe aus aller Welt zu ihrer traditionellen, alle zehn Jahre stattfindenden Versammlung, der sogenannten Lambeth-Konferenz, in England zusammenkamen, war Gene Robinson nicht eingeladen und wurde von Rowan Williams, dem damaligen Erzbischof von Canterbury, sogar ausdrücklich ersucht fernzubleiben.

Die Dokumentation begleitet Gene Robinson nach Canterbury, wo er bestrebt ist, mit seinen Amtskollegen ins Gespräch zu kommen – auch wenn er offiziell nicht an der Konferenz teilnehmen darf. Sie zeigt ihn in der Diözese New Hampshire, mit seiner Familie und seinem Lebens- und seit 2010 auch Ehepartner Mark Andrews, seinen Eltern und seinen beiden Töchtern. Und bei seinem unermüdlichen Bemühen um Akzeptanz und Integration der nicht Heterosexuellen in der christlichen Gemeinschaft.

Zu Wort kommen neben dem Bischof und seinen Angehörigen auch seine Befürworter und Gegner innerhalb und außerhalb der Kirche.

Die Dokumentation „Liebe oder Tod“ über Gene Robinson ist heute ab 23.15 Uhr in ORF 2 zu sehen und wird in den kommenden Tagen auch im Kultur- und Informationskanal ORF III wiederholt.