Nigeria: Erzbischof geißelt Verfolgung von Lesben und Schwulen

Eine unerwartete Stimme für die Rechte von Lesben und Schwulen kommt aus Nigeria: Der römisch-katholische Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama, hat die Verfolgung von Homosexuellen durch die Regierung verurteilt.

In einem Gespräch mit einem katholischen Magazin hat Kaigama am Montag im Vatikan zwar jene Gesetze unterstützt, die eine Ehe als Verbindung zwischen Mann und Frau definieren. Mit anderen Teilen der Rechtsprechung hat der Geistliche aber ein Problem.

„Wir unterstützen nicht die Kriminalisierung von Menschen mit anderen sexuellen Orientierungen“, erklärt er. In den Medien sei die Kirche dabei oft falsch zitiert worden. Man werde vielmehr „jeden Menschen mit einer homosexuellen Orientierung, der bedrängt, verhaftet oder bestraft wird, verteidigen“, so der Erzbischof.

Die Bestrafung von Lesben und Schwulen gehe, so Kaigama, nur von der Regierung aus – nicht von der römisch-katholischen Kirche in Nigeria. „In Wirklichkeit haben wir der Regierung gesagt, sie sollen aufhören, Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung zu bestrafen“, behauptet der Geistliche.

In seiner Heimat gibt sich Ignatius Kaigama aber nicht immer so tolerant: In einer Rede vor Priesterseminaristen sagte er im Februar: „Ob es um Geburtenkontrolle, den Gebrauch von Kondomen oder Homosexualität geht – die Sichtweise des Westens wird den Afrikanern durch ihre finanzielle Abhängigkeit in die Kehlen gestopft. Afrikaner dürfen nicht alles kopieren und glauben, was aus dem Westen kommt ist ideal.“ Die Bevölkerung würde ihre Werte verlieren und dann „weder Afrikaner noch Westliche“ sein. Auch sonst gilt die römisch-katholische Kirche in Nigeria als fleißige Unterstützerin der Gesetze gegen Homosexualität.

Nigeria hat Anfang des Jahres die Gesetze für gleichgeschlechtliche Handlungen verschärft. Gleichgeschlechtliche Ehen wurden verboten und es dürfen auch keine schwul-lesbischen Vereine gegründet werden. Die Höchststrafe dafür beträgt 14 Jahre.