Kirche geht auf Homosexuelle zu: Widerstand der konservativen Kardinäle

Auch, wenn erste Signale aus der Familiensynode im Vatikan positiv für Lesben und Schwule sind – die konservativen Bischöfe in der römisch-katholischen Kirche haben noch nicht aufgegeben. Über einen „Streit in der Synode zwischen den Kardinälen“ titelt die römische Tageszeitung „La Repubblica“.

Die konservativen Bischöfe kritisieren den Zwischenbericht, den der ungarische Kardinal und Rektor der Synode, Péter Erdő, am Montag veröffentlicht wurde. Darin ist die Rede davon, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen auch „positive Aspekte“ haben könnten. „Ohne die moralischen Probleme, die mit homosexuellen Partnerschaften verbunden sind, negieren zu wollen“ wird in dem Zwischenbericht festgestellt, dass der gegenseitige Beistand „wertvoll“ und positiv für das Leben der Partner sein könne.

So warnt der südafrikanische Kardinal Wilfrid Napier von „unrealistischen Erwartungen“, die in dieser Frage geweckt werden könnten. Eine Meinung, die auch andere konservative Kardinäle teilen. Man dürfe mit dem Dokument nicht den Eindruck einer zu großen Offenheit gegenüber Schwulen wecken, zitiert der „Corriere della Sera“ konservative Mitglieder der Synode.

Der Zwischenbericht ist die Grundlage für die Diskusseon innerhalb der Synode. Dazu debattieren die rund 190 Kardinäle und Bischöfe sowie die nicht stimmberechtigten Laien in zehn Gruppen. Ende der Woche soll dann das Schlussdokument veröffentlicht werden.