Türkei: Anonyme medizinische Hilfe für Lesben, Schwule und Transgender

Şişli, einer der Bezirke Istanbuls, bietet ab sofort eine kostenlose und anonyme Gesundheitsversorgung für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender an, um die Ausbreitung sexuell übertragbarer Krankheiten einzudämmen. Das ist in der Türkei eine Premiere.

Wie die Tageszeitung „Hürriyet“ berichtet, hat sich der Bezirk bereiterklärt, in einer Poliklinik alle drei Monate gratis Untersuchungen und Tests anzubieten. Dabei können sich Betroffene auch mit einem Spitznamen registrieren, um anonym zu bleiben.

Für die Türkei ist das ein großer Fortschritt. Denn auch wenn Homosexualität bereits 1858 im Osmanischen Reich legalisiert wurde, ist das Thema im Alltag ein Tabu. Auch sind Lesben, Schwule und Transgender rechtlich nicht geschützt. Besonders Transgender werden oft Opfer von Gewalttaten.

Istanbul ist dabei eine kleine Insel der Freiheit: Die jährlich stattfindende Lesben- und Schwulenparade findet großen Zuspruch, auch von Zuschauern. Damit ist es die größte derartige Veranstaltung in einem mehrheitlich muslimischen Land.