Uganda: Schwules Paar wieder freigelassen

In Uganda ist die Anlage gegen ein schwules Paar, das nach den neuen „Anti-Homo-Gesetzen“ vor Gericht gestanden wäre, fallengelassen worden. Bei einer Verurteilung drohte den beiden Männern lebenslange Haft.

Der 24-jährige Geschäftsmann Kim M. und der 19-jährige Jackson M., Medienberichten zufolge ein Transgender, wurden im Jänner festgenommen, weil sie in der Hauptstadt Kampala „wie Mann und Frau“ zusammengelebt haben. Sie mussten vier Monate im Gefängnis verbringen, bevor sie im Mai auf Kaution freigelassen wurden.

Die Staatsanwaltschaft wollte sie wegen eines Verstoßes gegen Paragraph 145 des Strafgesetzbuches von Uganda anklagen. Dieser verbietet einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen. Allerdings gelang es dem Staatsanwalt nicht, Zeugen der Anklage aufzutreiben. Ein Richter hat den Fall deshalb eingestellt.

Die Freude bei den Menschenrechtsorganisationen, die sich um Lesben, Schwule und Transgender kümmern, ist aber verhalten. „Es ist ein Sieg, den wir jetzt feiern können, aber es ist offensichtlich, dass LGBTI in Uganda noch immer mit Verfolgung konfrontiert sind und noch viel Arbeit vor uns steht“, erklärt Edwin Sesange von der „Out and Proud Diamond Group“.

Er fordert die Regierung von Uganda weiters auf, die beiden Männer für ihre Haft zu entschädigen und die Gesetze, die zu ihrer Verhaftung geführt haben, aufzuheben. Weiters solle die Regierung von Uganda „Lynchjustiz gegenüber Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgendern und Untersexuellen öffentlich verdammen“, fordert der Aktivist.