14.000 Menschen in Deutschland wissen nicht, dass sie HIV-positiv sind

Rund 3.200 HIV-Infektionen wurden im letzten Jahr in Deutschland neu entdeckt. Das hat das Robert-Koch-Institut (RKI) nun bekannt gegeben. Damit ist diese Zahl seit mehreren Jahren konstant. Bedenklich ist allerdings die Dunkelziffer jener Menschen, die nichts von ihrer HIV-Infektion wissen.

Das RKI geht davon aus, dass 14.000 Menschen in Deutschland nicht wissen, dass sie HIV-positiv sind. Die Hälfte davon dürfte sich innerhalb der letzten drei Jahre infiziert haben. Damit leben in Deutschland rund 80.000 Menschen mit HIV oder Aids, schätzt das RKI in seinem Epidemiologischen Bulletin.

Am stärksten von den Neuinfektionen betroffen sind nach wie vor schwule Männer. Nach den Schätzungen des RKI haben sich im letzten Jahr in Deutschland rund 2.400 Männer, die Sex mit Männern hatten, infiziert. Beim Drogenkonsum haben sich vermutlich 300 Menschen mit HIV infiziert.

Kritik kommt vom RKI an den bestehenden Maßnahmen gegen HIV. Testangebote, frühzeitige Diagnosen und wirksame Therapien reichten nicht aus, um die Zahl der neu entdeckten Infektionen nachhaltig zu senken.

Über die eigene HIV-Infektion rechtzeitig bescheid zu wissen, ist aber oft entscheidend, betont die Deutsche Aids-Hilfe (DAH). Denn wird die Infektion zu spät entdeckt, könnte der optimale Zeitpunkt für den Therapiebeginn schon vorbei sein.

Diese Therapie kann auch andere Menschen vor einer Infektion schützen. Das Risiko, sich beim umgeschützten Sex mit HIV anzustecken, sei deshalb auch in den letzten Jahren wieder gestiegen. Die DAH fordert deshalb mehr anonyme Testangebote.