Auch Missouri muss Ehe für Lesben und Schwule öffnen

Auch der US-Bundesstaat Missouri muss die Ehe für Lesben und Schwule öffnen. Ein Verbot in der Verfassung des Bundesstaates widerspricht der US-Verfassung, hat ein Richter nun geurteilt. Nach der Entscheidung müssen ab sofort Ehebescheinigungen für homosexuelle Paare ausgestellt werden.

So hat Richter Rex Burlison in seinem Urteil festgestellt, „dass jedes gleichgeschlechtliche Paar, das die Anforderungen für die Ehe nach dem Gesetz von Missouri erfüllt, außer verschiedenen Geschlechts zu sein, das Recht hat, eine Ehebescheinigung ausgestellt zu bekommen“.

In der Verfassung von Missouri ist die Ehe seit zehn Jahren als Verbindung von Mann und Frau definiert. Das widerspreche aber der Gleichbehandlung-Bestimmung in der US-Verfassung und dem 14. Verfassungszusatz. Damit ist Missouri der 33. US-Bundesstaat, in dem die Ehe rechtskräftig für schwule und lesbische Paare geöffnet wurde.

Und auch in Kansas gab es ein ähnliches Urteil: Auch dort hat Bundesrichter Daniel Crabtree erklärt, dass der Ausschluss von Schwulen und Lesben von der Ehe gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der US-Verfassung verstößt. Auch hier hat sich die Bevölkerung 2005 mit einer Mehrheit von 70 Prozent dafür ausgesprochen, die Ehe als Verbindung von Mann und Frau in die Verfassung des Bundesstaates aufzunehmen.

In Kansas setzt das Gericht allerdings für eine Woche aus, um der Regierung des Bundesstaates die Möglichkeit geben, gegen das Urteil Berufung einzulegen. Das wird der konservativ-katholische Gouverneur Sam Brownback von den Republikanern vermutlich auch versuchen.