St. Petersburg: Elton John kritisiert Gesetze gegen ‚Homo-Propaganda‘

Klare Worte hat Sir Elton John am Sonntag bei seinem Konzert im St. Petersburger Eispalast gefunden. Dabei hat er das russische Gesetz gegen „Homo-Propaganda“ und seine teils seltsamen Auswüchse scharf kritisiert.

„Es war würdevoll, dass St. Petersburg ein Denkmal für Steve Jobs eingerichtet hat, den bemerkenswerten Gründer von Apple. Aber letzte Woche wurde es als ‚homosexuelle Propaganda‘ angesehen und entfernt. Kann das wahr sein? Das Andenken an Steve wird umgeschrieben, weil sein Nachfolger, Tim Cook, schwul ist? Macht das auch aus iPads ‚Homo-Propaganda‘? Ist die wunderschöne Musik von Tschaikowsky ‚sexuell pervers‘?“, ärgerte sich der Musiker vor seinem Publikum.

Bislang habe sich Sir Elton John als schwuler Mann in Russland immer „willkommen gefühlt“, erklärte er weiter. „Geschichten über russische Fans – Männer und Frauen, die sich verliebten, als sie zu ‚Nikita‘ tanzten, oder ihre Kinder, die ‚Circle of Life‘ mitsingen – bedeuten mir sehr viel“, so der Musiker.

Doch wenn er nicht ehrlich über das sein könne, was er sei, könne er diese Musik nicht schreiben, so Sir Elton John. „Das ist nicht ‚Homo-Propaganda‘. Das ist, wie ich Leben ausdrücke. Wenn wir beginnen, Leute dafür zu bestrafen, verliert die Welt ihre Menschlichkeit“, erklärt der Star. Danach sang er das Lied „I believe in Love“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sir Elton John für Lesben und Schwule in Russland Position bezieht. So hat er in der Vergangenheit bereits die Situation öfter kritisiert und wollte auch bei der Moscow Pride mitmachen. Sein letztes Konzert im Dezember hat er einem ermordeten Schwulen gewidmet.