Mittwoch, 24. Juli 2024
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Berlin: Moschee muss Treffen mit Lesben und Schwulen absagen

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Es wäre ein fast historischer Moment geworden: Am 24. November wollten Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender zum ersten Mal offiziell eine Moschee besuchen. Das Treffen mit Vertretern des deutschen Lesben- und Schwulenverbandes (LSVD) in der Berliner Sehtlik-Moschee war bereits fixiert. Man wollte über Islam und Homophobie sprechen. Doch nach heftiger Kritik in der türkischen Presse hat der Vorstand der Moschee das Treffen nun abgesagt. Das berichtet die Berliner Boulevard-Zeitung „B.Z.“.

So habe die islam-konservative Zeitung „Yeni Akit“ die DITIB-Gemeinde, zu der die Moschee gehört, heftig kritisiert. Sie habe mit der Einladung einen „Skandal“ ausgelöst und würde die Moscheen für „anormale Homosexuelle“ öffnen, so die Zeitung. Auch die rechtskonservative Zeitung „Takvim“ berichtete ähnlich. Die türkische Gemeinde in Berlin hat nach den Medienberichten bei DITIB interveniert und sich gegen das Treffen ausgesprochen.

In einem Gespräch mit der türkischen Nachrichtenagentur „Anadolu“ versuchte Ender Cetin, der Vorstandsvorsitzende der Sehitlik-Moschee, noch die Wogen zu glätten. Es habe keine Einladung gegeben, man habe lediglich einer Bitte nachgegeben, betonte er.

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Doch nun musste der Vorstand den Hardlinern nachgeben. Für Jörg Steinert, Sprecher des LSVD Berlin-Brandenburg, ein „falsches Signal und respektlos“. Gegenüber der „B.Z.“ betonte er, das Ziel bleibe ein Austausch und ein Dialog mit der muslimischen Gemeinschaft. Er betont: „Der Termin soll nicht ersatzlos abgesagt, sondern verschoben werden. Wir lassen uns von den Kritikern nicht entmutigen.“