Griechischer Justizminister will über Homo-Ehe ’nicht einmal nachdenken‘

Im letzten Jahr ist Griechenland vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) verurteilt worden, weil schwule und lesbische Paare keine Möglichkeit haben, ihre Beziehung amtlich zu registrieren. Daran wird sich wohl auch so bald nichts ändern, wenn man dem griechischen Justizminister glauben darf.

In einem Interview mit dem Fernsehsender „Mega TV“ meinte Justizminister Charalambos Athanasiou von der konservativen „Nea Dimokratia“: „Das ist ein Land, das Traditionen respektiert und die Natur des Menschen – und die Homo-Ehe ist einfach nicht möglich, zumindest nicht unter dieser Regierung und diesem Minister.“ Danach fügte er hinzu: „Ich werde darüber nicht diskutieren. Ich werde nicht einmal darüber nachdenken.“

Auf der anderen Seite gibt Athanasiou zu, dass Griechenland das Urteil des EGMR nicht ignorieren kann. Eine Arbeitsgruppe sei eingesetzt worden, um sich das Eherecht anzuschauen und die Möglichkeiten einer Eingetragenen Partnerschaft auszuloten – beschränkt auf die Bereiche Sozialversicherung, Pensionen und Erbrecht.

„Werden wir so weit gehen, dass wir auch Adoption und Sorgerecht miteinbeziehen?“, stellt der griechische Justizminister eine eher rhetorische Frage. „Wir müssen das Thema aus einem religiösen, politischen und religiösen Blickwinkel sehen“, erklärt er seine Prioritäten.