FPÖ will ‚lieber tote als gerettete Homosexuelle‘

Homosexuelle Asylwerber – das scheint für die FPÖ gleich in doppelter Hinsicht ein gefundenes Fressen zu sein. So kritisiert Generalsekretär und EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs, schwulen und lesbischen Asylwerbern das Recht auf Privatsphäre zu wahren.

Der Gerichtshof verkomme „immer mehr zu einer Kasperliade“, so Vilimsky. Er vermute einen „weiteren sprunghaften Anstieg von Asylwerbern“, weil man die sexuelle Orientierung nicht überprüfen könne. Bei den Asylsuchenden handle es sich „fast durchgängig um Wirtschaftsflüchtlinge“.

„Die sexuelle Orientierung hat als Asylgrund einfach nichts verloren“, so Vilimsky weiter. „Dass man jetzt aber auch noch festhält, bei etwaigen Nachfragen über etwas so etwas Intimes wie Sexualität die Privatsphäre nicht verletzen zu dürfen, ist ein Stück für das Kasperltheater“, ärgert sich der FPÖ-Politiker.

Scharfe Kritik an den Aussagen von Vilimsky kommt von Marco Schreuder, Bundesrat und Bundessprecher der Grünen Andersrum. „Die FPÖ warnt einerseits vor Islamismus, will aber zugleich Menschen, die vor grausamen islamistischen Regimen fliehen, weil sie homosexuell sind, dorthin zurück schicken. Selbst dann wenn dort darauf die Todesstrafe steht und auch exekutiert wird“, schüttelt Schreuder den Kopf.

Dass die FPÖ Homosexualität als Asylgrund nicht anerkennen möchte, bedeute, „dass Homosexuelle im Iran, im Jemen, in Nord-Nigeria oder anderen Ländern umgebracht werden. Das ist ihnen lieber, als ihnen hierzulande Schutz zu bieten“, so Schreuder.

Der Grüne Politiker fasst zusammen: „Vilimskys Äußerungen beweisen einmal mehr, dass die FPÖ ohne mit der Wimper zu zucken eher tote als gerettete Homosexuelle akzeptieren kann.“