Immer mehr Lesben und Schwule flüchten aus Russland

Der Exodus von Lesben- und Schwulenaktivisten aus Russland geht weiter. Nachdem am Dienstag der St. Petersburger Aktivist Kirill Kalugin seine Heimat verlassen und in Deutschland um Asyl angesucht hat, wurden nun weitere Fälle bekannt.

Wie das Blog „queerhouse.org“ berichtet, haben der offen schwule Journalist Artur Ahmetgaliew und sein Partner in Deutschland um Asyl angesucht. Sie wurden zuvor telefonisch und während Szene-Veranstaltungen bedroht und auch körperlich attackiert.

Die Attacken begannen, nachdem Akhmetgaliew über einen Angriff auf ein Treffen in der Aids-Hilfsorganisation „LaSky“ im Dezember 2013 berichtet hatte. Außerdem hat für den lokalen Fernsehsender „100TB“ mehrmals kritisch über das Gesetz gegen „Homo-Propagada“ berichtet. Weiters zog sich der Jounalist den Unmut der regierungstreuen Kräfte zu, als er über die Verleihung des satirischen Preises „Das goldene Klistier“ an Präsident Wladimir Putin berichtet.

Zwei weitere schwule Russen haben unterdessen in den USA um Asyl angesucht: Alexander Smirnov, der ehemalige Pressesprecher des Vizebürgermeisters von St. Petersburg, stellte gemeinsam mit seiner Mutter in New York einen Asylantrag. Er wurde entlassen, als er sich letztes Jahr in einem Interview als schwul geoutet hatte.

Ebenfalls in die Vereinigten Staaten sind Oleg Potapenko und sein Partner ausgereist. Der LGBT-Aktivist und Journalist hat das regierungskritische Portal „Amurburg“ betrieben. In den letzten Wochen waren private Details aus seinem Laptop in der Öffentlichkeit aufgetaucht. Als er das Land verlasen wollte, wollten ihn die russischen Behörden daran hindern. Angeblich wurden Manipulationen an seinem Reisepass entdeckt.

Bereits in den letzten Monaten waren einige Aktivisten aus Russland nach Deutschland geflohen, darunter Pawel Lebedew, Dimitri Chunosow und Iwan Yartsew. Weitere schwul-lesbische Aktivisten aus Russland haben in Spanien, Finnland und den USA Asylanträge eingereicht.