Zwangs-Outing: Rechtsextremer Politiker will klagen

"Closer" hat Front-National-Vizechef Florian Philippot beim Liebesurlaub in Wien fotografiert

Florian Philippot
Gauthier Bouchet/Wikimedia - CC BY-SA 3.0

Das öffentliche Outing von Florian Philippot, Vizechef des rechtsextremen „Front National“, durch das Boulevardmagazin „Closer“ wird ein gerichtliches Nachspiel haben. Das hat Parteichefin Marine Le Pen am Freitag in einer Pressekonferenz angekündigt.

Philippot werde die Zeitschrift wegen Verletzung der Privatsphäre klagen, so Le Pen weiter. Er wolle „diesem Unfug“ keine weitere Öffentlichkeit gönnen, aber den Weg vor Gericht beschreiten.

Marine Le Pen rät Florian Philippot zur Klage, weil dieser in einem Boulevardmagazin geoutet wurde

Auch ihre Privatsphäre und die ihrer Kinder seien bereits verletzt worden, so Le Pen bei der Pressekonferenz weiter. Sie hoffe deshalb, dass die Klage von Philippot zu einem Urteil führen würde, dass die Zeitschrift davon abbringen würde, mit solchen Praktiken fortzufahren.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Front National seine Gegner verklagt – auch Popstar Madonna wurde angezeigt, weil sie bei einem Konzert in Frankreich Vergleiche zwischen dem FN und Nationalsozialisten hergestellt hat.

Doch für Marine Le Pen geht es mittlerweile um mehr: Innerhalb des Front National ist eine Debatte ausgebrochen, wie die Partei mit ihren schwulen und lesbischen Mitgliedern umgehen soll. Neben Philippot ist mit Generalsekretär Steeve Briois noch ein zweiter schwuler Mann in einer Spitzenposition bei der rechtsradikalen Partei.