Porno-Killer Magnotta: Prozess in der Endphase

Der Mordprozess gegen den als „Porno-Killer“ bekannt gewordenen Luka Rocco Magnotta geht in seine Endphase. Nach den Schlussplädoyers müssen die Geschworenen nun entscheiden, ob der 32-Jährige zum Zeitpunkt der Tat zurechnungsfähig war.

Magnotta hatte im Mai 2012 seinen Ex-Freund, den aus China stammenden Lin Jun, umgebracht und zerstückelt. Die Tat filmte er, das Video stellte er dann ins Internet. Leichenteile verschickte er unter anderem an politische Parteien und Schulen. Anschließend floh er über Frankreich nach Deutschland. In Berlin wurde er in einem Internet-Café festgenommen, als er gerade Artikel über sich selbst las.

Vor Gericht hat Magnotta die Tat gestanden, sich aber nicht schuldig bekannt. Die Verteidigung forderte, ihn nicht ins Gefängnis zu stecken, sondern wegen Unzurechnungsfähigkeit in psychiatrische Behandlung.

Die Anklage hingegen ist überzeugt, dass es sich bei dem Verbrechen um einen lange geplanten, vorsätzlichen Mord handelt. „Er wollte berühmt oder berüchtigt werden“, so Staatsanwalt Louis Bouthillier, der Magnotta lebenslang hinter Gitter sehen möchte.

Die Entscheidung, ob Luka Rocco Magnotta zurechnungsfähig war, treffen nun die Geschworenen im Gericht in Montreal. Richter Guy Cournoyer ermahnte die Jury, diese Entscheidung „ohne Mitleid, Vorurteil oder Angst“ zu fällen.

Auf freien Fuß kommt Magnotta aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso nicht: Ist er für seine Tat juristisch zur Verantwortung zu ziehen, ist eine lebenslange Haftstrafe wahrscheinlich. Gilt er als psychisch krank, verbringt er den Rest seines Lebens in der geschlossenen Anstalt.

Die weiteren Anklagepunkte neben Mord lauten Leichenschändung, Verbreitung obszönen Materials und die Belästigung von Politikern.