Gambia: Geheimdienst fordert Bevölkerung auf, Schwule zu verraten

In Gambia sind drei Männer verhaftet worden, weil sie schwulen Sex gehabt haben sollen. Das berichtete gestern das staatliche Fernsehen des afrikanischen Landes. Die Männer, deren Namen und Gesichter nicht gezeigt wurden, wurden während einer Polizeiaktion festgenommen.

„Wir gehen herum und suchen nach verdächtigen Individuen, und als Resultat dieser Ermittlungen haben wir die Männer verhaftet und sie haben gestanden, diese menschenunwürdigen Handlungen begangen zu haben“, heißt es in dem Bericht des Staatsfernsehens. Der Inlandsgeheimdienst forderte während der Sendung die Öffentlichkeit auf, ihnen zu helfen, „Homosexualität auszurotten“. Besonders Eltern und Vermieter sollten ein wachsames Auge haben, so die Behörde.

Im Oktober trat in Gambia ein neues Gesetz in Kraft, eine lebenslange Gefängnisstrafe für „vorsätzliche Homosexualität“ vorsieht. Präsident Yahya Jammeh verteidigt das Gesetz – auch wenn die EU deshalb millionenschwere Entwicklungshilfezusagen eingefroren hat. Ersatz für dieses Geld könnte nun aus dem arabischen Raum kommen.