Fällt Blutspendeverbot in den USA?

Schwule Männer könnten in den USA schon bald Blut spenden dürfen: Die US-Lebensmittel- und Medikamentenbehörde FDA hat sich für eine Lockerung des lebenslangen Blutspendeverbots ausgesprochen.

Geht es nach FDA-Chefin Margret Hamburg, dann sollen Schwule, die ein Jahr enthaltsam gelebt haben, künftig Blut spenden dürfen. Das teilte sie letzte Woche in Washington mit. Grund für diese mögliche Änderung der bisherigen Empfehlungen ist eine Überprüfung der derzeit geltenden Blutspende-Regelungen durch die FDA und andere Bundesbehörden in den vergangenen Jahren.

Veröffentlicht werden soll die Empfehlung im kommenden Jahr. Vorher soll die Öffentlichkeit noch die Möglichkeit bekommen, den Vorschlag zu kommentieren. Ausschlaggebend für diese Kursänderung waren unter anderem Studien, Empfehlungen von Beratungsgremien und andere wissenschaftliche Daten. So argumentierten Gegner des Blutspendeverbots, dass der heutige Forschungsstand ein derartiges Verbot nicht mehr rechtfertige.

Das lebenslange Blutspendeverbot für schwule Männer ist ein Relikt aus der Zeit der AIDS-Krise in den 1980er Jahren. Es wurde 1983 erlassen, als das HI-Virus vor allem unter schwulen Männern sehr weit verbreitet hat und man noch nicht viel über HIV und Aids wusste.