Mann bei Dreh von Schwulenporno mit HIV infiziert

In den USA sind zwei männliche Pornodarsteller positiv auf HIV getestet worden. Einer dürfte den anderen während einem Dreh angesteckt haben, als sie für eine Szene ungeschützten Sex hatten.

Der erste Darsteller war für zwei Drehs in Nevada. Er wurde zuvor negativ auf HIV getestet. Während der zweiten Szene zeigte er aber erste Symptome einer Infektion, ein erneut durchgeführter HIV-Test war positiv, so das kalifornische Gesundheitsministerium in einer Mitteilung: „In diesem Fall dachten der Darsteller und die Produktionsfirma, dass er während der Dreharbeiten HIV-negativ war. Kurz nach seinem negativen Test, sind die HIV-Werte in seinem Körper schnell gestiegen, wodurch er andere Darsteller durch ungeschützten Sex anstecken könnte“.

Daraufhin wurde auch der Darsteller der zweiten Szene getestet – und auch bei ihm konnte das HI-Virus nachgewiesen werden. Eine Ansteckung durch den ersten Darsteller sei „wahrscheinlich“, so die Behörde.

Details über die betroffenen Darsteller oder die Produktionsfirma wurden nicht bekanntgegeben, um die Privatsphäre der Betroffenen zu wahren.

Anders als in Kalifornien sind in Nevada Kondome für Pornodarsteller nicht verpflichtend. Die Zahl der Filme, die in Los Angeles gedreht wurden, sank daraufhin innerhalb des letzten Jahres von 485 auf 40, viele Firmen wichen nach Nevada aus.

Die „Free Speech Koalition“, eine Vereinigung der ehemals in Kalifornien ansässigen Pornoproduzenten, bestätigte, dass sich die Infektion bei einem Videodreh im September in Nevada ereignet hat. Der erste HIV-Test des Darstellers habe aber nicht vollständig den Standards der Erotik-Indistrie entsprochen. „Das hat nicht nur jene, die beteiligt waren, einem Risiko ausgesetzt, sondern es ist auch schwieriger, vorherige Szenenpartner zu finden, nachdem die Infektion entdeckt wurde“, heißt es in einer Stellungnahme.

HIV-Tests sind sowohl in Kalifornien als auch in Nevada für Portodarsteller nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die großen Produktionsfirmen verlangen aber von den Darstellern alle 14 Tage einen Test auf sämtliche sexuell übertragbare Krankheiten.

Gleich nachdem die Infektion bekannt wurde, gab es in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium einen Drehstopp, Dieser wurde nach einer aufwändigen Testreihe unter den Darstellern wieder aufgehoben. Solche Pausen, weil sich ein Darsteller mit einer sexuell übertragbaren Krankheit infiziert hat, sind in Kalifornien keine Seltenheit. Allerdings haben sich die Darsteller bisher in der Regel außerhalb ihrer Arbeit angesteckt. Die letzte HIV-Infektion während der Dreharbeiten wurde 2004 bei einem heterosexuellen Pornodreh registriert.

Für den Aids-Aktivisten Michael Weinstein, der die Kondompflicht in Kalifornien durchgesetzt hat, ist dieser Fall Wasser auf die Mühlen: „Die große Lüge, die uns die Industrie immer erzählt hat – nämlich dass es keine Übertragungen von Krankheiten gibt – wurde als falsch entlarvt“, erklärt er.