Anti-Homo-Gesetze in Gambia: USA entziehen Handelsvorteile

Im September hat Gambia die Gesetze gegen Lesben und Schwule deutlich verschärft: Für bestimmte Delikte sind nun sogar lebenslange Haftstrafen möglich, die Behörden rufen die Bevölkerung auf, Lesben und Schwule zu verankern.

Nun reicht es den USA: Sie entziehen Gambia den Sonderstatus als besonderer Handelspartner. Bis jetzt durfte das afrikanische Land seine Waren zollfrei in die Vereinigten Staaten einführen. Doch damit ist jetzt Schluss.

Grund für diese Entscheidung ist offiziell die „menschenrechtliche Situation“ in Gambia. Hier habe es in den letzten Jahren keine Besserung geben, so die US-Handelsbehörden. Für Beobachter ist klar, dass vor allem die Anti-Homo-Gesetze den Ausschlag für den Entzug der wirtschaftlichen Sonderrechte gegeben haben.

Und während Menschenrechtsorganisationen diesen Schritt der USA begrüßen, organisiert das Regime von Präsident Yahya Jammeh Demonstrationen gegen die Sanktionen.

So kam es in der Hauptstadt Banjul vor einigen Tagen zu homophoben Protesten gegen die geplanten Sanktionen von USA und EU, an denen Präsident Jammeh persönlich teilnahm. Auch sollen die Angriffe auf Lesben, Schwule und Transgender in Gambia zugenommen haben.