Indien: Politiker möchte Homosexuelle in Umerziehungslager schicken

In Indien hat sich ein Politiker der regierenden hinduistischen Partei dafür ausgesprochen, eigene Zentren zur Umerziehung von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgendern zu errichten.

„Wir werden sie zu normalen Menschen machen“, sagte Ramesh Tawadkar, der Jugend- und Sportminister von Goa, am Rande einer Veranstaltung. Diese Umerziehungsprogramme sollten „denen der Anonymen Alkoholiker“ ähneln, berichtet der Fernsehsender NDTV.

Menschenrechtsaktivisten sind von dem Vorschlag Tawadkars entsetzt. „Es ist, als würden wir uns rückwärts bewegen“, seufzt die Aktivistin Rituparna Borah. Für den Rechtsanwalt Anand Grover ist die Idee „schockierend“.

Das Verhältnis Indiens zu Homosexualität ist sehr ambivalent. Gesellschaftlich ist sie geächtet, seit der Übernahme des britischen Rechtssystem ist sie illegal. Doch während in Großbritannien der entsprechende Paragraph entfernt wurde, lebt er in Indien und anderen Kolonien noch weiter.

Im Jahr 2009 hat ein indisches Gericht das Verbot von Homosexualität aufgehoben – im Dezember 2013 wurde es allerdings vom Höchstgericht „Geschlechtsverkehr gegen die natürliche Ordnung“ vom Höchstgericht wieder unter Strafe gestellt. Versuche, den Paragraphen im Parlament zu Fall zu bringen, scheiterten.