Café Prückel: Chefin entschuldigt sich

Christl Sedlar, die Chefin des Wiener Traditions-Cafés Prückel, hat sich für den Rauswurf eines lesbischen Paares, das sich geküsst hat, entschuldigt. So richtig überzeugend wirkt sie dabei allerdings nicht.

Der Vorfall ereignete sich am Abend des 6. Jänner: Der Kellner hat das Paar zunächst abschätzig behandelt. Sedlar habe den beiden, als sie sich darüber beschwert haben, erklärt, die „Zurschaustellung der Andersartigkeit“ der Frauen gehöre nicht in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus, sondern in ein Puff.

„Meine Reaktion war überzogen“, gibt sie in einer Aussendung zu. Sie bedauere die Auseinandersetzung und möchte sich bei den Betroffenen „in aller Form entschuldigen“. Zwar ist für sie das Verhalten des lesbischen Paares nach wie vor „unangemessen“ und „provokativ“, doch: „In meiner Eigenschaft als Geschäftsführerin des Café Prückel hätte ich allerdings gelassener reagieren sollen“, gibt Sedlar nun zu.

Allerdings sehe sie ihre Aufgabe als Geschäftsführerin des „renommierten Prückel“ weiter als ihre Aufgabe an, „dass anerkannte Standards des gesellschaftlichen Verhaltens von allen Gästen eingehalten werden“.

Der Rausschmiss des lesbischen Paares durch Sedlar und ihren Ober am letzten Donnerstag hat für internationale Schlagzeilen gesorgt. Auch Medien in Spanien, Großbritannien oder den USA haben über den Vorfall berichtet.

Für ein Kiss-In vor dem Kaffeehaus haben sich über Facebook bereits 7.000 Teilnehmer angekündigt. Zuletzt hat die FPÖ das Verhalten des Café Prückel verteidigt.