‚Zwickerbusserl oder solider Zungenpritschler?‘: FPÖ unterstützt Café Prückel

Wer solche Unterstützer hat, braucht sich um seine Feinde keine Sorgen mehr zu machen: Mit einer skurrilen Presseaussendung bekundete der Wiener FPÖ-Gemeinderat Toni Mahdalik seine Solidarität mit dem Café Prückel. Dort wurden zwei Lesben aus dem Lokal geworfen, weil sie sich küssen.

Und in Sachen Lesbenküsse scheint Mahdalik ein echter Experte zu sein: „Wird wohl ka Zwickerbusserl g’wesn sein, sondern a solider Zungenpritschler“, gibt er sein umfassendes Wissen in der Aussendung zu Protokoll. Er meint, dass „Kein Mensch“ herumschmusende Pärchen in einem Wiener Kaffeehaus sehen möchte, „gleich in welcher geschlechtlichen Konstellation“.

Die Aufregung gebe es nur, weil es sich hier um Lesben handle, so de FPÖ-Mandatar. „Wäre ein heterosexuelles Paar des Lokals verwiesen worden, hätte kein Hahn danach gekräht, bei zwei Lesben bricht die linke Schickeria aber kollektiv zusammen, schreibt sich selbstgerecht in Rage und sammelt fleißig Gutmenschenpunkte“, ätzt Mahdalik.

Dass die Chefin des „Café Prückel“ das Paar aus dem Lokal geschmissen hat, sei eine „völlig gerechtfertigte Vorgehensweise“, meint der FPÖ-Politiker. Er spricht von einer „Hetze gegen den Traditionsbetrieb Prückel und damit gegen die gesamte Wiener Gastronomie“.

Und Mahdalik ist sich auch nicht zu schade, um mit der Solidaritätsbewegung nach den Terroranschlägen von Paris noch politisches Kleingeld zu machen. Statt „Je suis Charlie“ – Ich bin Charlie Hebdo – proklamiert er das Motto „Wir sind Prückel“.