Heute Demo vor Café Prückel – und das Lokal hat Ruhetag

Heute findet gegenüber des Café Prückel eine große Demonstration gegen Homophobie statt. Grund dafür ist, dass das Traditionscafé ein lesbisches Paar, das sich geküsst hat, des Lokals verwiesen hat. Das Kaffeehaus löst den Konflikt auf österreichisch: Man legt einen außerplanmäßigen Ruhetag ein.

Mehr als ein reines Kiss-In

Fast 8.000 Menschen haben über Facebook angekündigt, sich heute ab 17.00 Uhr an der Demonstration beteiligen zu wollen. Die Organisatoren rechnen, dass maximal die Hälfte der Menschen auch kommt. Die Kundgebung findet aus Platzgründen gegenüber des Wiener Traditionscafés neben dem MAK am Stubenring statt. Neben einem Kiss-in wird es auch ein Programm geben. Moderiert wird es von den Schauspielern Claudia Kottal und Stefano Bernardin, Casting-Show-Gewinnerin Christine Högl and andere Künstler werden vor Ort singen.

Auch die politische Diskussion über sexuelle Diskriminierung in dem derzeit mit zwei Stunden Dauer angesetzten Programm nicht zu kurz kommen, erklärte Anastasia Lopez, eine der betroffenen Frauen. „Wir wollen auf Probleme wie etwa den fehlenden Diskriminierungsschutz hinweisen“, erklärt Lopez. Da auch geplant ist, vor den Ort des Geschehens zu ziehen, kann es auch zu einer kurzfristigen Sperre des Rings kommen.

FP-Mandatar kritisiert „dumpflinke Veranstaltung“

Kritik an der Veranstaltung kommt erwartungsgemäß von der FPÖ. Verkehrssprecher Toi Mahdalik, der sich in einer vorherigen Aussendung schon als Experte für lesbische Küsse geoutet hat („Zwickerbusserl oder solider Zungenpritschler?“), meinte, dass „Gutmenschen in ihrer abstoßenden Selbstgerechtigkeit vor brutalem Druck auf anständige Bürger vor nichts zurückschrecken“ und forderte eine „Absage der dumpflinken Veranstaltungen“.

Prückel selbst macht die Schotten dicht

Im Kaffeehaus, um das sich alles dreht, wird man von dem Rummel allerdings nicht viel mitbekommen. Ein Schild an den Scheiben weist darauf hin, dass man heute im Café Prückel einen außerordentlichen Ruhetag eingelegt hat. Geschäftsführerin Christl Sedlar hat sich gestern für den Vorfall offiziell entschuldigt.