US-Forscher konnten HIV in menschlicher Zelle zerstören

Forscher der Temple University in Philadelphia ist es gelungen, HIV in einer menschlichen Zelle zu zerstören. Das könnte ein Durchbruch im Kampf gegen Aids sein. Bis jetzt konnten Forscher das Virus in den Zellen nur unterdrücken, aber nicht beseitigen.

„Es ist eine wichtige Erkenntnis, weil es zum ersten Mal unter Laborbedingungen gelungen ist zu zeigen, dass der Virus aus einer menschlichen Zellkultur ausgelöscht werden kann“, erklärt der Neurovirologe Dr. Kamel Khalili, der das Forschungsteam geleitet hat.

Mit Hilfe von Werkzeugen auf molekularer Ebene ist es gelungen, die DNS der Zellen zu bearbeiten und so HIV zu entfernen. „Einfach gesagt machen wir aus infizierten Zellen nicht-infizierte Zellen. Und das ist wichtig, weil die aktuelle Therapie den Virus nicht aus den Zellen entfernen kann“, erklärt der Wissenschafter.

Doch der Weg zu einer neuen Behandlung für HIV-Positive ist noch lang: Zunächst muss eine Möglichkeit gefunden werden, die Ergebnisse der Laborbedingungen zunächst in den Tierversuch und dann in klinische Versuche zu übersetzen. Doch Dr. Khalili ist zuversichtlich. „Wir haben ein Mittel zur Entfernung von HIV. Wir haben ein System, HIV im Labor aus Zellen zu entfernen.“ Das sei „sehr aufregend“, fügt er hinzu.

Weltweit sind 30 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Besonders gefährdet sind derzeit junge Schwule und bisexuelle Männer: Die Zahl der Erstdiagnosen in den USA hat sich hier seit 2002 verdoppelt.