Chile vor Einführung Eingetragener Partnerschaften

Das Parlament in Chile ist knapp vor der Einführung Eingetragener Partnerschaften für schwule und lesbische Paare. Im Unterhaus stimmten am Dienstag 86 Abgeordnete für den „Pacto de Union Civil“ (PUC), 23 stimmten dagegen und zwei Abgeordnete enthielten sich der Stimme. Bei der Abstimmung im Oberhaus, die in den nächsten Tagen stattfinden wird, wird ebenfalls eine deutliche Mehrheit erwartet.

Denn ein Senatskomitee hat bereits die Zustimmung zu dem Gesetz empfohlen. Während der letzten Legislaturperiode hatte das Oberhaus bereits mit 28 zu sechs Stimmen für die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften gestimmt. Das Votum war letztlich aber umsonst, weil das Unterhaus das Gesetz nicht mehr vor den Wahlen verabschieden konnte.

Das chilenische Partnerschaftsgesetz gibt schwulen und lesbischen Paaren weitreichende Rechte. So öffnet es ihnen unter anderem auch das Adoptionsrecht. Michelle Bachelet, die neue Präsidentin Chiles, hat bereits angekündigt, das Partnerschaftsgesetz zu unterschreiben. Im Wahlkampf hat sie sogar eine Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare gefordert.

Doch das Partnerschaftsgesetz für homosexuelle Paare sorgt für jede Menge Widerstand seitens radikaler Christen. So haben evangelikale Gruppen und Katholiken während des Beschlusses im Unterhaus vor dem Parlamentsgebäude gegen die Einführung von Eingetragenen Partnerschaften gestimmt. Rund 70 Prozent der Chilenen sind katholisch.

Freude gab es hingegen bei Lesben- und Schwulenaktivisten: „Wir widmen diesen Tag, diesen Moment, den schwulen und lesbischen Familien, die gelitten haben unter der historischen Last aus Missverständnissen und Vorurteilen“, freut sich Rolando Jiménez von der chilenischen LGBT-Bürgerrechtsgruppe MOVILH.