Weihbischof Laun vergleicht LGBT-Bewegung mit Nazis

"Noch ist es nicht lebensgefährlich, darüber zu reden"

Andreas Laun
Josef Kuss/Bischofskonferenz

Der erzkonservative Salzburger Weihbischof Andreas Laun hetzt gegen Lesben und Schwule. In einem Vortrag vergleicht er die Homosexuellenbewegung indirekt mit der NS-Diktatur. Das berichtet die im Bruno Gmünder Verlag erscheinende Zeitschrift Männer in ihrer Online-Ausgabe.

Laun beklagt: Wer (gefähliche) Therapien zur „Heilung“ anbietet, wird entlassen

So soll Laun bereits Mitte November bei einem Vortrag im Kloster Mariawald bei Köln beklagt haben, dass Ärzte und Psychologen, „die Menschen helfen wollen, die unter ihrer Homosexualität leiden“, mit einer Entlassung rechnen müssten. Dass seriöse Wissenschafter diese „Homo-Heiler-Therapien“ als schädlich einstufen und sie unter bestimmten Voraussetzungen verboten sind, verschweigt der geistliche Würdenträger.

Doch es ist nicht das erste Mal, dass sich Laun für dubiose „Homo-Heiler“ einsetzt: Im Februar 2009 hat der Salzburger Weihbischof festgehalten, es gebe Homosexuelle, „die Hilfe suchen und um Hilfe bitten. (…) Der amerikanische Psychiater R. Spitzer, dessen Einfluss maßgeblich mitgewirkt hat bei der Entscheidung, Homosexualität aus der Liste der ‚Krankheiten‘ zu streichen, sagt heute auf Grund seiner Untersuchungen: Die homosexuelle Neigung ist tatsächlich veränderbar!“

Der Weihbischof ruft zum Widerstand gegen die „Homo-Diktatur“ auf

Laun sei fassungslos gewesen, „dass sich keiner gegen eine solche Homo-Diktatur wehre“, berichtet Männer über den Vortrag im Kloster weiter. Hier zog er einen Vergleich zum Nationalsozialismus. So würde die heutige Generation ihren Eltern und Großeltern immer wieder vorwerfen, „gegenüber den Untaten der Nazis geschwiegen zu haben. Damals sei es lebensgefährlich gewesen zu reden. Heute sei es noch nicht lebensgefährlich, und die meisten schwiegen trotzdem“, ärgert sich der Weihbischof.

Denn Homosexuelle und Gender-Ideologen hätten ein „totalitäres System“ aufgebaut – „ein Trojanisches Pferd mit wild entschlossenen Kriegerinnen und Kriegern in einem Kampf gegen Kinder, gegen die Familie, gegen die Kirche, die Gottes Ordnung verkündet“, so Laun in seiner Hetzrede.

Es ist nicht das erste Mal, dass Laun gegen Lesben und Schwule hetzt. So hat er letzten Mai auf der konservativen Plattform kath.net Schwule als potenzielle Missbrauchs-Täter bezeichnet.