Bringt Syriza die Ehe-Öffnung für Lesben und Schwule nach Griechenland?

Gemeinsam mit Italien ist Griechenland eines der letzten Länder der „alten“ EU, in denen es keine Ehe oder Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbische Paare gibt. Das könnte sich nach den Wahlen am Sonntag nun ändern – doch dabei hat der neue Ministerpräsident ein großes Problem.

Denn der große Wahlsieger, die linkspopulistische „Syriza“ unter ihrem Vorsitzenden Alexis Tsipras, war die einzige Parlamentspartei, die sich bereits für die Öffnung der Ehe ausgesprochen hat. Im Jahr 2013 hat die Partei einen Gesetzesantrag ins griechische Parlament eingebracht, der gleichgeschlechtlichen Paaren eine bessere Rechtslage im Wohnrecht beschert hätte – dieser wurde von der Regierung abgeschmettert.

Fraglich ist allerdings, ob Tsipras die Versprechungen, die er Schwulen und Lesben als Oppositionsführer gemacht hat, auch als Regierungschef halten möchte. Zuletzt hat er über die Öffnung der Adoption für Lesben und Schwule gemeint, dies sei „ein schwieriges Thema, das Gespräche erfordert. Es gibt innerhalb der wissenschaftlichen Gemeinde Widersprüche darüber, und wir werden das nicht in unser Parteiprogramm aufnehmen“.

Ein weiterer Grund, warum die Öffnung der Ehe oder die Einführung einer Eingetragenen Partnerschaft für Syriza schwer werden könnte, ist der Koalitionspartner: Die rechtsgerichtete Partei „Unabhängige Griechen“ gilt als scharfer Gegner für eine Erweiterung der Homosexuellen-Rechte. Ihr Abgeordneter Nikos Nikolopoulos hat den offen schwulen Luxemburger Premierminister Xavier Bettel und seinen Partner über Twitter beschimpft. „Vom Europa der Nationalstaaten… Schwule Kumpel!!! Der Premierminister von Luxemburg hat sich mit seinem Liebchen verlobt!!“, lautete seine Nachricht damals. Bettels Antwort damals: „Hallo, ich habe gehört, sie wollen mir etwas sagen, aber ich spreche kein Griechisch. Sorry.“