Blutspende-Verbot in Nordirland bleibt erhalten

Nordirland wird das Blutspende-Verbot für schwule Männer wohl nicht so schnell abschaffen. Während England, Wales und Schottland diese Bestimmung schon 2011 abgeschafft haben, gibt sich der nordirische Gesundheitsminister Jim Wells in dieser Frage stur.

Dass das Blutspende-Verbot in Nordirland im Jahr 2011 nicht ebenfalls abgeschafft wurde, war eine Entscheidung von Wells’ Vorgänger Edwin Poots. Wie ein Gericht vor kurzem entschied, traf er diese Entscheidung vor allem aus „religiösen Vorurteilen“ und hob das Verbot auf.

Doch die nordirische Regierung berief gegen das Urteil und geht nun in Berufung. Insgesamt hat das Verfahren den Steuerzahler nun bereits mehr als 40.000 Pfund, etwa 50.000 Euro, gekostet. Für Wells ist das offenbar gut investiertes Geld.

„Ich hege eine große Bewunderung für Edwin Poots und ich glaube, Sie werden keine großen Unterschiede zwischen mir und ihm bei irgendeinem dieser Punkte finden. Wir blasen hier ins gleiche Horn“, erklärt er dem „Belfast Telegraph“. Konkret möchte sich Wells über das Blutspendeverbot für schwule Männer in Nordirland nicht äußern, da es sich noch um ein schwebendes Verfahren handle.

Dass er als schwulenfeindlich gesehen werden könnte, stört den nordirischen Gesundheitsminister dabei nicht. „Ich glaube, man muss unterscheiden, zwischen dem, was man als ‚Anti-Gay‘ sieht und dem Vertrauen in traditionelle Werte.“ Wells betonte, ein Anhänger der „traditionellen Ehe“ zu sein. Das Gesundheitssystem in Nordirland würde allerdings alle Menschen gleich behandeln, betonte er.