Alabama: Erste homosexuelle Ehen

Im US-Bundesstaat Alabama haben die ersten schwulen und lesbischen Paare geheiratet – nachdem der Oberste Gerichtshof der USA ein bisschen nachgeholfen hat. Auch hier wurde ein Eheverbot in der Verfassung des Bundesstaates durch eine Bundesrichterin aufgehoben. Callie Granade hatte schon vor zwei Wochen die Öffnung der Ehe bis Montag angeordnet. Nach dem Einspruch der Regierung von Gouverneur Robert Bentley setzte sie am Sonntag die Umsetzung allerdings aus, um der Regierung einen Einspruch zu ermöglichen. Diese Frist lief gestern aus.

Es war ein buntes Bild, das sich gestern vor den Standesämtern von Alabama bildete: In Jefferson County, dem bevölkerungsreichsten Bezirk des Bundesstaates, zelteten viele Paare vor den Rathäusern, um gleich am Montag heiraten zu können.

Doch fast hätten sie umsonst gewartet: Der Bundesstaat hat beim Obersten Gerichtshof der USA eine Aussetzung des Urteils beantragt – und war damit gescheitert. Mit sieben zu zwei Stimmen lehnte das Höchstgericht den Antrag Alabamas ab.

So konnten wenige Minuten nach dem Urteil die ersten Paare in Alabama heiraten. Allerdings nicht im gesamten Bundesstaat: Denn der Oberste Gerichtshof Alabamas hat die Ausgabe von Ehelizenzen an gleichgeschlechtliche Paare untersagt. Wie die Menschenrechts-Organisation „Human Rights Watch“ berichtet, haben sich 52 der 67 Bezirke auch daran gehalten und geweigert, diese auszustellen. „Wir haben eine Weisung von Alabamas oberstem Richter und wir haben eine von einem Bundesrichter. Es ist eine sehr schwierige Situation“, erklärt Richter Greg Norris.

Damit haben 38 der 50 US-Bundesstaaten sowie die Hauptstadt Washington DC die Ehe für schwule und lesbische Paare geöffnet – viele von ihnen nicht freiwillig. Ein Grundsatzurteil des Obersten Gerichts der USA zu diesem Thema wird Mitte dieses Jahres erwartet.