Malaysia: Oppositionsführer wegen Homosexualität in Haft

In Malaysia muss Oppositionsführer Anwar Ibrahim für fünf Jahre ins Gefängnis – weil er schwul sein soll. Dieses Urteil hat das Oberste Gericht des Landes nun bestätigt. Homosexualität wird im islamisch dominierten Malaysia mit bis zu 20 Jahren Haft bestraft.

Die Richter in der Hauptstadt Kuala Lumpur sahen es als erwiesen an, dass Anwar im Jahr 2008 Sex mit einem früheren Mitarbeiter hatte. Der Beschuldigte kritisierte den Prozess als „politische Verschwörung“ und bestritt, jemals gleichgeschlechtlichen Sex gehabt zu haben.

Der 67-Jährige beschuldigt die Regierung, ihn mit den Vorwürfen als politischen Gegner ausschalten zu wollen. Denn kurz vor der ersten Anklage im Jahr 2008 hatte die Opposition, der Anwar vorstand, bei der Wahl mehr als ein Drittel der Mandate errungen, im Jahr 2013 verfehlte das von ihm geführte Oppositionsbündnis nur knapp den Sieg.

Der Prozess zieht sich jetzt schon seit mehreren Jahren: 2008 wurde erstmals Anklage gegen Anwar erhoben. Im Jahr 2012 wurde er von dem Vorwurf der Homosexualität freigesprochen. Dieses Urteil hob ein Revisionsgericht im März 2014 auf, es verurteilte den Oppositionsführer zu fünf Jahren Haft. Dagegen ging dieser in Revision – ohne Erfolg, wie das Oberste Gericht Malaysias jetzt urteilte.

Die politische Karriere von Anwar Ibrahim dürfte nach diesem Urteil wohl zu Ende sein: Er verliert seinen Parlamentssitz und darf bei der Parlamentswahl 2018 nicht antreten.