‚Strache schwul‘: Herausgeschnittene ‚Vorstadtweiber‘-Szene empört FPÖ

Es ist ein peinlicher Fehler, der dem ORF am Montag bei der Hit-Serie „Vorstadtweiber“ passiert ist: Im Original wurde FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache als schwul bezeichnet. In der TV-Fassung wurde diese Szene herausgeschnitten – nicht aber aus den Untertiteln.

Serien-Frisör Francesco, gespielt von Xaver Hutter, klagte Boutique-Inhaberin Nicoletta, gespielt von Nina Proll, sein Leid – dass sich seine große Liebe, ein fiktiver ÖVP-Minister, nie öffentlich zu ihm bekennen würde. Daraufhin antwortet Proll in der Original-Szene, dass es doch schwule Politiker gebe – „In Deutschland der Westerwelle oder dieser Berliner Bürgermeister. Oder bei uns der Sprache. Die sind doch alle schwul und stehen dazu.“.

In der Version, die am Montag fast 900.000 Österreicher sahen, fehlte diese Szene. Doch eines hatten die Macher der „Vorstadtweiber“ vergessen: Die Untertitel für Hörgeschädigte. Dort war nämlich noch der Original-Text zu finden.

Beim ORF gibt man sich zerknirscht. Man habe die „redaktionelle Entscheidung getroffen, um die Serie von innerösterreichischen Anspielungen frei zu halten und keine Namen real existierender Personen zu verwenden, die darüber hinaus für das Publikum des Koproduktionspartners ARD nicht verständlich sind. Aufgrund des engen Zeitkorsetts der Fertigstellung – die Folge wurde erst letzte Woche geliefert – verblieb die bereits anhand der Rohschnittfassung hergestellte Untertitelung erhalten“, erklärte die Pressestelle gegenüber der Tageszeitung „Heute“.

Dass die Serie so spät noch geschnitten wird, ist – so der ORF – Teil des „üblichen Prozess der Endfertigung der Sendefassung“. Dabei würden „nicht handlungs- und genrerelevante Dialog- und Bildstellen von Filmen und Serienfolgen, geändert, gekürzt oder erweitert“.

Eine Erklärung, die von den Freiheitlichen nicht geglaubt wird. Für Generalsekretär Harald Vilimsky ist der Irrtum des ORF ein „völliger Verlust aller Hemmungen der ORF-Führung gegenüber der FPÖ und ihrem Obmann“. Und Vilimsky wütet weiter: „Den Chef der größten Oppositionspartei als ’schwul‘ zu bezeichnen, sprengt wohl deutlich die Grenzen des guten Geschmacks und kann nur als reine Gehässigkeit bezeichnet werden.“ Man erwarte sich eine Entschuldigung des öffentlich-rechtlichen Senders.