Gestreift mit Rosa Winkel: Wandteppich im Stil von KZ-Kleidung

Für Empörung sorgt die neueste Kreation des US-Modekonzerns „Urban Outsiders“: Ein Teppich, weiß und graublau gestreift, mit rosa Dreiecken daraufgestempelt. Genau so sah die Kleindung aus, die schwule Männer in den Konzentrationslagern der Nazis tragen mussten – und in der tausende von ihnen qualvoll starben.

Auf Twitter empörten sich engagierte Bürger über den Wandteppich. „Unangemessen“ war noch eine der höflichsten Bezeichnungen, mit denen das KZ-Design bedacht wurde. Kritik kommt auch von Holocaust-Überlebenden: Abraham H. Foxman, heute Geschäftsführer der „Anti-Defemation League“ fordert Urban Outsiders auf, das Stück sofort aus dem Sortiment zu nehmen. „Ob Absicht oder nicht: Die weißen und grauen Streifen und der Rosa Winkel sind in dieser Kombination höchst anstößig und sollten nicht Teil der Mainstream-Pop-Kultur werden“, so Foxman.

Dabei könnte die Aufregung wohlkalkuliert sein: Denn es ist nicht das erste Mal, dass Urban Outfitters mit dem äußerst zweifelhaften „KZ-Chic“ spielt. Vor knapp drei Jahren brachte die Kette ein T-Shirt mit einem gelben Davidstern auf der linken Brusttasche auf den Markt. Und auch der spanische Moderiese Zara hat sich mit einem Hemd, das aussah wie jedes der KZ-Insassen, kräftig ins Fettnäpfchen gesetzt.

Für einen kalkulierten Skandal spricht die Reaktion von „Urban Outsiders“: Bis jetzt gab es keine Stellungnahme der Firma.