Armeniens Song-Contest-Gruppe kommt aus der ganzen Welt

Es ist ein besonderes Ziel, das sich Armenien für den Eurovision Song Contest in Wien gesetzt hat: Mit „Genealogy“ soll eine Casting-Band gefunden werden, deren Bandmitglieder jeweils von einem anderen Kontinent stammen, immer mit armenischen Wurzeln. Das sechste Bandmitglied soll ein gebürtiger Armenier sein. Nun wurde der europäische Kandidat gewählt.

Essaï Altounian ist ein armenisch-französischer Sänger. Musik ist für ihn „eine universelle Sprache, die Menschen verbindet“. Altounian lebt seit seinem 18. Lebensjahr in Frankreich und ist kein Unbekannter: Mit 19 schrieb er seinen ersten Hit, danach war er ein gefragter Musical-Darsteller. Schließlich wechselte Essai Altounian die Seite der Bühne und arbeitet nun als Komponist und Musicalregisseur. Zur Zeit arbeitet er mit Motown-Produzent Kerry Gordy an einem Album, das Anfang nächsten Jahres erscheinen soll.

Mit „Genealogy“ möchte Armenien auch das Motto des diesjährigen Song Contest – „Building Bridges“ umsetzen: „Das ,Genealogy-Projekt’ wird eine Brücke zwischen der neuen Generation von Armeniern bilden, deren Familien sich einst in die gesamte Welt verstreuten“, heißt es vom armenischen Fernsehen ARMTV. Ein Konzept, das auch Essaï Altounian gut verstehen kann: Auch seine Großeltern mussten als Überlebende des armenischen Genozids aus ihrer Heimat flüchten.

Der Titel für die Band, die noch gesucht werden muss, steht übrigens schon fest: Er wird „Don’t Deny“ heißen. Und die Chancen, dass Armenien damit ins Finale kommt, sind recht groß. Von den acht Mal, die der Kaukasus-Staat am Song Contest teilgenommen hat, war er sechs Mal in den Top Ten. Der erste erfolgreiche Betrag war das Lied „Qele, qele“ von der armenischen Popsängerin Sirusho 2008 in Belgrad, mit dem sie auf dem vierten Platz landete. 2007 folgte eine siebte Platzierung mit Eva Rivas „Apricot Stone“. Zuletzt konnte Armenien mit dem Lied „Not Alone“ von Aram Mp3 in Kopenhagen punkten. Wie Surisho belegte auch Aram Mp3 den vierten Platz.