Tokio: Bezirk führt Eingetragene Partnerschaften ein

In Tokio können sich schwule und lesbische Paare künftig ihre Partnerschaften offiziell besiegeln lassen. Der halbautonome Bezirk Shibuya, in dem sich viele internationale Unternehmen und Botschaften befinden, will als erste japanische Gemeinde solche Partnerschaftszertifikate ausstellen. Das kündigte Bezirksbürgermeister Toshitake Kuwahara an. Damit möchte er zu einer Gesellschaft beitragen, „die Vielfältigkeit der Individuen wertschätzt“.

Diese Zertifikate haben allerdings nur symbolischen Charakter. Denn die Ehe ist in der japanischen Verfassung als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert.

Mit der Bescheinigung sollen homosexuelle Paare künftig aber leichter eine gemeinsame Wohnung mieten können. Außerdem soll ihnen das Zertifikat ermöglichen, im Krankenhaus ihren Partner besuchen zu können.

Ob Behörden und Vermieter diese Partnerschaftszertifikate auch so anerkennen werden, wie man es sich in Shibuya vorstellt, bleibt abzuwarten. Verpflichtet sind sie dazu nicht. Allerdings hofft ein Sprecher des Bezirks, dass durch diese Maßnahme die Aufmerksamkeit für die Probleme von Lesben und Schwulen wächst.

Shibuya ist ein halbautonomer Geschäftsbezirk. In ihm leben etwa 217.000 Menschen, unter ihnen etwa 10.000 Ausländer. Bekannt ist der Bezirk unter anderem durch die Alle-gehen-Kreuzung am Shibuya-Bahnhof und den Hügel Dōgenzaka als ein Zentrum des Nachtlebens Tokios.