Kuba: Neuer aggressiver HIV-Stamm gefunden

In Kuba wurde ein neuer aggressiver Stamm des HI-Virus gefunden. Er führt unbehandelt mehr als doppelt so schnell zur Immunschwächekrankheit Aids wie herkömmliche Viren.

Der Stamm ist eine Mischung aus drei HIV-Subtypen. Ohne Behandlung führt er innerhalb von drei Jahren zum Ausbruch von Aids. Jener Virus, der bei uns im Umlauf ist, benötigt dafür sechs bis zehn Jahre.

Gefunden wurde der gefährliche Stamm von einem Team der Universität Leuven, geleitet von Anne-Miele Vandamme. Sie sind nach Kuba gereist, weil es Berichte gegeben hat, dass sich dort überdurchschnittlich viele HIV-Infektionen schnell zu einer Aids-Erkrankung weiterentwickelt haben.

Daraufhin haben sie 73 Patienten untersucht, die in den letzten drei Jahren nachweislich als HIV-negativ getestet wurden und sich danach mit HIV angesteckt hatten. Alle waren mit dem aggressiven Stamm infiziert, keiner bekam zuvor eine Behandlung, und bei allen war Aids bereits ausgebrochen.

Von den mehr als 60 Mutationen des HI-Virus Typ 1 gilt diese wegen seiner Aggressivität als schwer behandelbar. Solche Mutationen können unter anderem entstehen, wenn HIV-Positive mit mehreren Partnern ungeschützten Sex haben und sich so mehrfach infizieren. Dann kann der Virus im Körper mutieren, was Behandlungen erschwert.

Kritik an den Forschungen der Universität Leiden kommt wegen der geringen Anzahl der untersuchten Gruppe. Insgesamt gibt es in Kuba 15.000 HIV-Positive.