WM in Katar und Russland: Robbie Rogers kritisiert FIFA

Kritik an der FIFA für die Vergabe der Weltmeisterschaften an offen homophobe Staaten kommt von Robbie Rogers, dem einzigen offen schwulen US-Profifußballer. Die nächsten Bewerbe finden in Russland und Katar statt – beide Länder sind wegen schwerer Menschenrechtsverstöße in der Kritik.

In einem Interview mit dem britischen Sender Sky Sports verurteilte Rogers die Vergabe der Weltmeisterschaften nach Russland und Katar. „Ich würde nie jemanden dazu drängen, über dieses Thema zu sprechen, aber es ist absolut wahnsinnig – wenn man sich die nächsten Weltmeisterschaften ansieht, sind sie an Orten, an denen ich – wenn ich hinfahren würde – vielleicht inhaftiert oder verprügelt werden würde. Das ist ziemlich lachhaft.“

Es gebe viele schwule Fußball-Fans und „natürlich wird dort auch der eine oder andere schwule Fußballer sein. Ich glaube, man muss mit der FIFA über dieses Thema diskutieren, weil sich jeder Spieler sicher fühlen sollte, wenn er zu einer Weltmeisterschaft fährt.“

Doch innerhalb der FIFA gibt es dafür offenbar kein Problembewusstsein. Kritik von Lesben- und Schwulenverbänden an der Kür von Katar schmetterte FIFA-Präsident Sepp Blatter im Jahr 2010 ab – er meinte Schwule sollten dort während der WM einfach keinen Sex haben. Später musste er sich für diese Bemerkung entschuldigen. Vor zwei Jahren hat der Weltfußballverband zumindest angekündigt, mit Katar über eine Lockerung der schwulenfeindlichen Gesetzgebung bis zur WM 2022 zu diskutieren.

Homosexualität ist in dem Land verboten und kann mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden. Auch Auspeitschungen sind möglich, schwulen Moslems droht sogar der Tod. Die englische Fußball-Kapitänin Casey Stoney hat bereits angekündigt, nicht nach Katar zu fahren, weil Lesben und Schwule dort nicht willkommen seien.

Robbie Rogers hat sich im Februar 2013 öffentlich geoutet und gleichzeitig seine Profikarriere bei Leeds United beendet. Nachdem er viel positiven Zuspruch erfahren hatte, fing er bei LA Galaxy wieder an zu spielen.