Poppers bleibt in Österreich verboten

Höchstgericht bestätigt Bescheid, Internet-Händler muss Behörde seine Kundendatei weitergeben

Poppers
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Die besonders unter schwulen Männern beliebte Schnüffeldroge Popper bleibt in Österreich verboten. Der Verwaltungsgerichtshof (VwGH) hat ein entsprechendes Verbot des Bundesamts für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) bestätigt. Weiters muss das betroffene Unternehmen seine Kundendatei den Behörden zur Verfügung stellen.

Vertrieb von Poppers über das Internet ist verboten

Das BASG hat einem Wiener Unternehmen im Oktober 2010 verboten, Poppers über das Internet zu vertreiben. Die Firma zog vor den VwGH und verlor: Das Höchstgericht bestätigte diese Zwangsmaßnahme, das Verbot ist damit rechtskräftig.

Poppers wurde vom BASG als Arzneimittel eingestuft. Es sei dazu gedacht, „Körperfunktionen und seelische Zustände zu beeinflussen“, so das Amt. Diese Einstufung entspricht auch dem ursprünglichem Zweck der Flüssigkeit: Sie wurde einst zur Behandlung von Angina Pectoris eingesetzt.

Das es das Arzneimittelgesetz verbietet, Medikamente zu vertreiben, „bei denen es nach dem jeweiligen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und nach den praktischen Erfahrungen nicht als gesichert erscheint, dass sie bei bestimmungsgemäßem Gebrauch keine schädliche Wirkung haben, die über ein nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft vertretbares Maß hinausgeht“, hat das BASG den Vertrieb von Poppers verboten.

Versandhändler muss auch seine Kundendatei an die Behörden weitergeben

Weiters hat der VwGH eine Anordnung des BASG abgesegnet, nachdem der Versandhändler seine Kunden dem Amt mitteilen muss. Gesucht werden damit Wiederverkäufer, nicht Konsumenten, betont ein Sprecher des BASG der Tageszeitung „Die Presse“. Denn Besitz und Konsum seien erlaubt, da Poppers nicht dem Suchtmittelgesetz unterliegt.

Poppers ist bei schwulen Männern vor allem deshalb beliebt, weil es die Muskeln kurzzeitig entspannt – auch den Schließmuskel. Viele Nutzer schwärmen davon, weil sie Hemmungen verlieren und innerhalb von Sekunden high sind. Zu den Nebenwirkungen gehören Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit, langfristig auch Impotenz. In Kombination mit Potenzmitteln kann es zu einem lebensbedrohlichen Blutdruckabfall kommen.