‚Ausschweifungen‘: Polizei in Kairo verhaftet sieben Homosexuelle

In der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat die Polizei letzte Woche erneut sieben Personen verhaftet, weil sie schwulen Sex gesucht haben sollen. Das berichtet eine lokale Boulevardzeitung.

Wie Magdy Moussa von der ägyptischen Moralpolizei der Zeitung „Al-Yum el-Saba“ erklärt, seien die Verhafteten „Perverse“ und Teil eines „Netzwerks von Ausschweifungen“. Sie hätten im Internet Nacktfotos von sich veröffentlicht, anschließend hätten Beamte über gefälschte Profile Kontakt mit den Sieben aufgenommen und sich zum Sex verabredet. In einem Nachtclub in Kairo klickten dann die Handschellen.

Die Zeitung bezeichnet die Verhafteten als transsexuell, dafür gibt es aber keine offizielle Bestätigung. Auf den Fotos, die von dem Boulevardblatt veröffentlicht wurden, sind ihre Gesichter nur teilweise unkenntlich gemacht worden.

Der Fall erinnert an die Festnahme von 26 Männern in einem Badehaus. Auch ihnen wurden homosexuelle Aktivitäten zur Last gelegt. Mittlerweile wurden alle von ihnen freigesprochen. Die Fernsehjournalistin Mona Iraqi, die den Behörden den Tipp gab, um zu exklusiven Bildern zu gelangen, muss sich mittlerweile wegen Verleumdung vor Gericht verantworten.

Unter Präsident Abdel al-Sisi verfolgt die Militärregierung wieder verstärkt schwule Männer. Damit möchte sie der Bevölkerung zeigen, dass sie in der Lage ist, die öffentliche Moral zu bewahren. Immerhin glauben 95 Prozent der Ägypter, dass Homosexualität in der Gesellschaft nicht geduldet werden dürfe.

Nach Informationen der Menschenrechtsorganisation „Egyptian Initiative for Human Rights“ wurden seit November bereits 150 Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung verhaftet. Berichten zufolge sollen sie in Gefängnissen durch Anal-„Untersuchungen“ gefoltert werden. Homosexualität selbst ist in Ägypten nicht strafbar – allerdings werden Moral-Paragraphen oft zu Ungunsten von Lesben und Schwulen ausgelegt.