ORF Wien dreht Serie mit LucyMcEvil in ‚Nacht- und Nebelaktion‘ ab

In Wien ist 2015 das Jahr der Toleranz: Zu Life Ball oder Regenbogenparade gesellt sich auch der Song Contest, ein großes europäisches Fest der Freude. Doch das dürfte sich nicht bis ins ORF-Landesstudio Wien herumgesprochen haben.

Denn wie die bekannte Wiener Drag-Künstlerin, Schauspielerin und Sängerin Lucy McEvil auf ihrer Facebook-Seite berichtet, wurde eine Reihe, bei der sie verdiente Wiener Frauen portraitiert, kurzfristig abgesetzt – angeblich von einer Frau selbst: Der Wiener ORF-Landesdirektorin Brigitte Wolf.

Anlässlich des Weltfrauentags startete in „Wien heute“, der Regional-Fernsehsendung des ORF Wien, eine Serie „Von Frau zu Frau… mit Lucy McEvil“. Darin portraitiert sie Wienerinnen, die sich in der Stadt verdient gemacht haben. Doch nun soll die Landesdirektorin „hinter dem Rücken der Wien-heute-Redaktion“, wie McEvil schreibt, die Serie „in einer Nacht- und Nebelaktion abgewürgt“ haben.

Zehn Teile dieser Serie wurden produziert, erst vier ausgestrahlt. Damit bleiben die weiteren bereits fertiggestellte Portraits, zum Beispiel der Schriftstellerin Julya Rabinovich oder der Journalistin Clara Akinyosoya, vorübergehend im Giftschrank des Wiener ORF-Landesstudios.

Über die Gründe der Absetzung gibt es keine Informationen. „Leid tut mir auch die entzückende und engagierte ‚Wien heute‘-Redaktion, die dieses Projekt ja überhaupt erst ins Leben gerufen hat und es nicht verdient hat, so behandelt zu werden“, ärgert sich die Drag-Ikone.

Eine Stellungnahme des ORF Wien zu den Vorwürfen gibt es noch nicht.