Uganda: ‚Schwule und Lesben schuld an Dürre‘

In Uganda gibt ein prominentere muslimischer Geistlicher Lesben und Schwulen die Schuld an einer Dürre, die seit September 2014 in dem afrikanischen Land herrscht.

So hat Scheich Siliman Kasule Ndirangwa den Gläubigen der Kibuli-Moschee in der Hauptstadt Kampala, sie müssten ihre Sünden bereuen, wenn es in dem Land wieder regnen solle. Denn: „Regen gehört Gott. Als Gläubige müssen wir also beten, dass Gott es regnen lässt. Aber wir müssen auch unsere Sünden bereuen.“

Und dabei geht es nicht nur um persönliche Vergebungen, wie der Scheich klar macht: „Unsere Gesellschaft ist verwickelt in Homosexualität, Korruption und Betrug, und neben anderen ist das der Grund für unser Leiden. Wenn es regnet, Allah, wird Dein Volk mehr Getreide anbauen, ernten, verkaufen und reicher werden“, verspricht der Prediger.

Für Kato Asadhu Kayongo, der offen schwul in Uganda lebt und sich für die Rechte von Lesben, Schwulen und Transgendern einsetzt, sind solche Aussagen gefährlich: „Man kann Homosexualität nicht mit Korruption und Betrug gleichsetzen. Diese Übel verursachen massive Probleme für alle Bürger Ugandas. Der Scheich sollte diese verurteilen, wie wir es tun, anstatt die Bevölkerung zu spalten und dazu zu bringen, unschuldige Lesben, Schwule, Transgender und Untersexuelle zu hassen. Das zeigt, wie einige religiöse Führer die Religion benutzen, um Homophobie in Uganda zu verbreiten.“

Denn die Gründe für die Dürre liegen für den Aktivisten woanders: „Scheich Kadhi sollte es besser wissen: Die Gründe für den fehlenden Regen ist unter anderem die Abholzung. Er sollte die Leute auffordern, nicht mehr Bäume abzuholzen, sondern sie zu pflanzen“, erklärt Kayongo.