Utah verstärkt Schutz für Lesben und Schwule – und konservative Christen

Eigentlich gilt Utah als eher konservativer US-Bundesstaat. In den letzten Jahren hat sich die Hochburg der Mormonen nicht unbedingt als Vorreiter der Rechte für Lesben und Schwule hervorgetan. Doch genau diese wurden jetzt einvernehmlich gestärkt.

So hat letzte Woche der republikanische Gouverneur Gary Herbert ein Gesetz unterschrieben, das die Rechte gleichgeschlechtlich liebender Menschen zusätzlich stärkt. So dürfen sexuelle Minderheiten auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt in Utah nicht mehr benachteiligt werden.

Für Religionsgemeinschaften und die US-amerikanischen Pfadfinder gelten Ausnahmen. Im Gegenzug werden private ablehnende Äußerungen über Homosexualität und die Ablehnung von Homosexualität aus Glaubensgründen geschützt.

Das Utah Pride Center, ein örtlicher Lesben- und Schwulenverband, ist trotzdem zufrieden. Der Kompromiss stärke die Meinungsfreiheit und bite gleichzeitig den Betroffenen Schutz. Er sei „ein Beispiel dafür, wie Gruppen mit weitgehend unterschiedlichen Ansichten zusammenarbeiten können, ohne ihre jeweiligen Vorstellungen vollständig durchsetzen zu können“, freut sich der Vorsitzende Kent Frogley.

Die Ehe ist in Utah seit dem letzten Jahr für Lesben und Schwule geöffnet – dafür war allerdings kein Kompromiss nötig, sondern das Urteil eines Bundesrichters.