Pegida will durch Homophobie punkten

Die Hochzeiten der Pegida-Bewegung in Deutschland sind offenbar vorbei – immer weniger Teilnehmer gehen in Dresden auf ihre Demonstrationen, in anderen Städten ist die Gruppe bedeutungslos. Statt zuvor 25.000 Demonstranten, waren am Montag nach Angaben der Polizei nur ein gutes Zehntel davon gekommen. Um die Anhänger zu mobilisieren, greifen die Organisatoren nun auf ein unter Rechtskonservativen bewährtes Mittel zurück: Homophobie.

So hat bei der Demonstration am Montag Tatjana Festerling, eine ehemalige Funktionärin der rechtspopulistischen Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) in ihrer Rede erklärt: „Wir wollen übrigens auch nicht den Terror der schwul-lesbisch-queren-intersexuellen Minderheit, die unsere Kinder mit ihrem überzogenen Sexualscheiß schon in der Grundschule traumatisieren.“

Die Pegida-Anhänger jubelten. Und als Festreling nachlegte und fragte: „Wer hat uns überhaupt jemals gefragt, ob es unseren Kindern gut tut, mit sechs Jahren zu lernen, wie sich lesbische Paare befriedigen“, gab es sogar einige „Widerlich!“-Rufe im Publikum.

Die Warnung vor einer offenen Sexualaufklärung an Schulen gehört zum Standardprogramm deutscher Rechtspopulisten: In unserem Nachbarland wird auch gegen Lehrpläne demonstriert, die Homosexualität altersgerecht thematisieren wollen.

Tatjana Festreling war vor ihrem Einsatz bei Pegida bei der Hamburger AfD, der sie dann aber offensichtlich zu rechts war. Ihre ehemalige Heimatstadt bezeichnete sie als „eine der Hochburgen des Minderheitenterrors“. Mittlerweile gilt sie bei Pegida als Zukunftshoffnung und mögliche Kandidatin für die Bürgermeister-Direktwahl in Dresden.