Großbritannien: Männliche Studenten prostituieren sich fürs Studium

Es gibt viele Möglichkeiten, sich sein Stundentenleben zu finanzieren. In Großbritannien dürfte dabei Prostitution ein durchaus nicht außergewöhnlicher Nebenverdienst sein – vor allem für männliche Studenten. Das hat eine Studie der Universität Swansea ergeben.

Escort, Pornodreh, Webcam-Sex: Studenten bei Einnahmequellen kreativ

Insgesamt hat die Universität für das „Student Sex Work Project“ 6.773 Stundentinnen und Studenten in ganz Großbritannien befragt. Das Ergebnis bei den männlichen Studenten ist beachtlich: 2,4 Prozent haben als Prostituierte oder Escorts direkt mit Kunden gearbeitet, weitere 3,5 Prozent haben mit indirekten Formen der Sexarbeit Geld verdient, zum Beispiel über Webcams, mit Telefonsex oder als Porno-Darsteller.

Was die Forscher nicht erwartet haben: Bei den Studentinnen waren diese Zahlen deutlich geringer. Hier haben nur 1,3 Prozent Geld im Umgang mit dem Kunden verdient und 2,7 Prozent durch andere Formen der Sex-Arbeit.

Guter Verdienst, freie Zeiteinteilung – und Angst vor gewalttätigen Kunden

Jene, die sich das Studium auch durch Sexarbeit finanzieren, schätzen der Umfrage zufolge die gute Bezahlung und die flexiblen Arbeitszeiten. Sie können durch ihren Nebenjob ihr Leben sichern, ein Minus am Konto verhindern und gleichzeitig und die Studiengebühren bezahlen. Auch befriedigt ein recht großer Anteil der befragten Studenten so ihren Sexualtrieb.

Was die Studenten an dieser Einnahmequelle stört, ist der Zwang zur Geheimhaltung, schwankende Einnahmen und die Angst vor unangenehmen oder gewalttätigen Kunden.

Noch größer ist übrigens die Anzahl jener Studentinnen und Studenten, die sich vorstellen könnten, sich ihr Studium durch Sexarbeit mitzufinanzieren. Bei den Männern können sich 8,8 Prozent direkten Kundenkontakt vorstellen, Webcams und Co. als Einnahmequelle ist für 14,7 Prozent denkbar. Hier ist der Anteil bei den Studentinnen noch höher.

Autorin der Studie hat dieses Ergebnis nicht erwartet

Dass sich in Großbritannien mehr Studenten als Studentinnen prostituieren, ist für Tracey Sagar, die Leiterin der Studie, eine „signifikante Erkenntnis“. Denn in der Öffentlichkeit wird Sexarbeit als Tätigkeit von Frauen wahrgenommen. „Das bedeutet, dass viele Männer durch das Unterstützungsnetzwerk für Studenten fallen, weil sie nicht mit Sexarbeit in Verbindung gebracht werden“, so die Wissenschafterin. Denn „einige von ihnen brauchen Beratung, Unterstützung und manchmal auch Hilfe, sich aus diesem Geschäft zurückzuziehen“, so Sagar weiter.